360 Grad

Christliche Anfänge, fünf Kirchen und das «Rosinli»

Vom Kirchturm raus in die Welt: Ein Blick rund um die Pfarrei St. Benignus in Pfäffikon ZH.

Das älteste christliche Bauwerk der Schweiz ist das Baptisterium in Riva San Vitale, eine Taufkapelle am südlichen Ende des Luganersees im Tessin. Sie stammt aus dem 5. Jahrhundert. Ebenfalls aus dem 5., vielleicht aus dem 6. Jahrhundert, stammt die älteste Kirche in Pfäffikon ZH: Sie stand auf dem Römerkastell Irgenhausen. Pfarreisseelsorgerin Michaele Madu zeigt Richtung Pfäffikersee, an sein östliches Ufer. Sehen kann man sie nicht vom heutigen Kirchturm aus. «Es sind dort noch Mauerreste», weiss sie, die genau dort jedes Jahr an Auffahrt einen ökumenischen Gottesdienst mitgestaltet. «Die Mauerreste waren das Fundament der ersten Benignuskirche.» Die heutige Benignuskirche ist bereits die fünfte katholische Kirche im Ort. Und jene dazwischen? «Die zweite gibt es nicht mehr, die dritte aber schon.» Deutlich sichtbar ragt der schöne Kirchturm vor der Kulisse des Sees in den Himmel: Er gehört seit der Reformation zu den Reformierten. Daraufhin bauten die Katholiken eine vierte Kirche, auch die gibt es nicht mehr, woraufhin also die heutige fünfte entstand.

Einen ganz anderen Teil der Geschichte – die vergangenen Jahrzehnte – überblickt Sakristanin Andrea Schmucki. Sie ist in Pfäffikon aufgewachsen. Während sie ihren Blick über die Wohnhäuser schweifen lässt und die lieblich-hügelige Landschaft – einer der Hügel wird «Rosinli» genannt – erinnert sie sich, wie Pfäffikon noch «fast ein Dorf» gewesen sei. Jetzt sei alles grösser, die verbaute Fläche, wo es einst so schöne Wiesen gab, die Industrie. «Mehr Menschen, aber anonymer», fasst sie zusammen. Wie sich das auf die kirchliche Gemeinschaft auswirke? «Wir sind nicht grösser, aber bunter geworden.» Früher kamen vor allem Italiener, Spanier und Portugiesen zur Kirche, heute sind auch Menschen aus afrikanischen und asiatischen Ländern Teil der Gemeinschaft. 

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