Darstellung des Herrn
Pfarramt Maria Krönung
Fest der Begegnung des Herrn – so wird in der Ostkirche das Fest der Darstellung des Herrn genannt, das wir am 02. Februar feiern. Maria und Josef bringen den kleinen Jesus in den Tempel, um das jüdische Gesetz zu erfüllen und das Kind Gott darzustellen. Was sie tun ist nichts ungewöhnliches, doch, was dabei im Tempel geschieht ist einzigartig. Sie begegnen dort Hanna und Simeon, zwei fromme, ältere Menschen, die in diesem kleinen Kind den lang ersehnten Messias erkennen. In seinem Lobpreisgebet legt Simeon sein Glaubenszeugnis ab. Jesus ist das Heil, das Gott allen Völkern bereitet hat. Durch die wunderbare Begegnung wird nun den Eltern Jesu bewusst, wer ihr Kind ist.
Die äusseren Umstände dieser Begegnung waren alles andere als schön. Politisch gesehen lebten die Juden damals unter der römischen Besatzung. Das jüdische Volk erwartete also einen politischen Erlöser, einen Herrscher, der die Welt endlich in Ordnung bringt. Und dann kommt alles anders. Gott schickt keinen mächtigen Herrscher, sondern ein kleines Kind. Es soll auch nicht das jüdische Volk aus der politischen Knechtschaft erlösen, sondern alle Völker aus der Knechtschaft der Sünde und des Todes.
Simeon und Hanna erkennen den grossen Gott in dem kleinen Kind. Ihre Begegnung war kein grosses Spektakel, sondern eine Alltagssituation in der damaligen, von Sorgen und Nöten geplagten Welt.
Das Fest der Darstellung des Herrn, oder, wie unsere Glaubensgeschwister in der Ostkirche sagen – der Begegnung des Herrn – ruft uns auf, unsere Augen, Ohren und Herzen wach zu halten, um die Begegnung mit dem Herrn in unserem Alltag nicht zu verpassen. Er ist da – ER, Immanuel, Gott mit uns. Pfarrer Wojciech Kaszczyc
Veröffentlicht am