Das Leben feiern
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Wenn die Italiener am 15. August „Mariä Himmelfahrt“ feiern, herrscht Volksfeststimmung. „Ferragosto!“ nennen sie das und ein ganzes Land scheint im Ausnahmezustand, so als fielen Weihnachten und Ostern zusammen.
In der katholischen Kirche ist dieses Fest seit dem fünften Jahrhundert als „leibliche Aufnahme Marias in den Himmel“ bekannt. Es ist in der Schweiz vor allem in den katholisch geprägten Kantonen ein wichtiger Feiertag.
Gottesdienste und Prozessionen: In vielen katholischen Gemeinden finden festliche Messen statt. Mancherorts werden Prozessionen durch die Dörfer oder zu Wallfahrtsorten organisiert.
Kräutersegnung: Eine alte Tradition ist die Segnung von Kräutersträussen. Die gesegneten Kräuter werden oft zu Hause aufbewahrt und gelten als Zeichen des Schutzes und des Segens.
In einigen Regionen, besonders in der Zentralschweiz, verbindet sich das religiöse Fest mit lokalen Bräuchen, Musik, Trachten und Dorffesten, sodass es sowohl ein kirchliches als auch ein gesellschaftliches Ereignis ist.
Unbestritten ist die Mutter Jesu eine der wichtigsten Figuren des christlichen Glaubens. Auch wenn Maria in den Schriften des Neuen Testaments selten erwähnt wird – nur in den Evangelien und in der Apostelgeschichte. Die zu allen Zeiten praktizierte Marienfrömmigkeit hat in unzähligen Gebeten und Kirchenliedern ihren Ausdruck gefunden. Als Ansprechpartnerin für persönliche Sorgen und Nöte und als Vermittlerin menschlicher Anliegen erscheint sie noch heute vielen Gläubigen nahbarer […] Dennoch ist aus der Bibel kaum etwas über Marias Leben und Wirken zu erfahren. Auch Angaben zu ihrem Tod oder ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel suchen wir im Neuen Testament vergebens.
Es gibt nur eine Schriftstelle aus dem Buch der Offenbarung des Johannes, die als ein Hinweis gedeutet wird: „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“ Erst später, in nachbiblischer Zeit, entstehen Legenden und Erzählungen, vorwiegend in den apokryphen (verborgenen) Evangelien. Diese Texte, die nicht in den biblischen Kanon aufgenommen wurden, berichten ausführlich von Marias Tod, ihrer Grablegung und sogar von ihrer Himmelfahrt. Da lag es nahe, dass sich in der frühchristlichen Kirche bald das Fest der „leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel“ etabliert und Legenden sich mit Glaubensinhalten verbinden.
Und wenn sich die Italiener im August zuprosten „Viva Maria“, bedeutet das so viel wie „Lasst uns das Leben feiern“. […] Gefeiert wird die Freude, dass Maria als eine von uns den Tod überwindet und in den Himmel aufgenommen wird.
Text: Christine Hober, Quelle: Krankenbrief 08/24, www.krankenbrief.de
In: Pfarrbriefservice.de
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