Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel – ein Fest, das Hoffnung schenkt
Bistum Chur
Am 15. August feiern wir das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel. Für unsere Kathedrale in Chur ist dieser Tag ein ganz besonderes Fest, denn Maria ist ihre Patronin.
Im Leben begegnen wir immer wieder den Grenzen unseres Daseins. Wir müssen Abschied nehmen, Pläne loslassen, erleben Krankheit, Trauer und den Tod. Vieles vergeht, manches zerbricht. Das gehört zu unserer Erfahrung. Und doch spüren wir tief in uns, dass der Mensch eigentlich für mehr geschaffen ist, dass unser Herz sich nach einem Leben sehnt, das bleibt.
Genau daran erinnert uns dieses Fest. An Maria zeigt Gott, wozu der Mensch von Anfang an bestimmt ist: nicht zur Vergänglichkeit, sondern zum Leben. Der Tod und alles, was nach Tod riecht – Verlust, Trennung und Brüche –, sind nicht Gottes letztes Wort über uns. Sie gehören zu unserer Welt, aber sie entsprechen nicht dem ursprünglichen Plan Gottes für den Menschen. Maria, die als Unbefleckt Empfangene auf einzigartige Weise in Gottes Heilsplan steht, lässt diese Hoffnung aufleuchten. An ihr wird sichtbar, dass Gottes Verheissung stärker ist als alles, was vergeht.
So ist dieses Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel mehr als eine schöne Tradition. Es ist ein Ruf an uns, Gott in unserem Alltag immer wieder neu Raum zu geben und unseren Willen an seinem Willen auszurichten. Gott ruft uns zu einem Leben, das er für uns bestimmt hat: In dieser Zeit mit unserem Leben Zeugnis abzulegen für die Wirklichkeit Gottes. So wird unser Leben immer mehr zu einem Zeugnis für eine Wirklichkeit, die in unserer Zeit gegenwärtig ist, die aber mit den Augen, die nur auf das Sichtbare gerichtet sind, nicht unmittelbar erkenn- und erfahrbar ist. Diese Wirklichkeit ist Gott selbst – die ewige Wirklichkeit, nach dessen Bild wir geschaffen sind und in dessen Leben wir berufen sind.
Ich lade Sie herzlich ein, dieses Hochfest mit uns zu feiern. Den Festgottesdienst feiern wir am Samstag, 15. August, um 8.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Josef.
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