Abschied Pfarrer Othmar Kleinstein
Nach 29 Jahren in St. Theresia ist für mich der Moment gekommen, um Abschied zu nehmen. Ich habe meine Demission per Ende Juni 2026 eingereicht.
Dies, weil es mir gesundheitlich nicht so gut geht und ich verschiedene Anlässe immer wieder absagen musste.
Gerne möchte ich mit dem Bild in unserer Kirche: »Die Verkündigung« sagen, was mir in diesen Jahren wertvoll war.
Es ist mein Lieblingsbild des Zyklus von Richard Seewald. Es zeigt wie der Engel zu Maria tritt und zu ihr sagt: «Der Herr sei mit dir».
Wenn ich die 29 Jahre Revue passieren lassen, dann sind sie geprägt von Begegnungen, so wie der Engel Maria begegnet. Da waren so viele Zusammentreffen mit Ihnen. Manchmal zwischen Tür und Angel. Dann bei Gesprächen: Taufgesprächen, Traugesprächen, Trauergesprächen. Dann bei Sitzungen in unseren Vereinen und Gruppen, dem Beisammensein im Team, mit den Behörden und in der Ökumene.
Gemeinsames feierten wir so vielen Gottesdienste. Und sehr oft war ich in der Rolle von Maria. Sie haben mir Ihr Vertrauen geschenkt, von sich erzählt. Von Ihren schweren Tagen, von ihren Freuden. Ich wurde reich beschenkt durch ihre Offenheit und Ihr Wohlwollen mir gegenüber. Wenn ich mich frage: War ich in den vielen Treffen eher Maria oder der Engel? dann muss ich sagen, meist war ich wie Maria, die empfängt: Ja, Sie waren oft Engel für mich.
Und ich hoffe, ich durfte manchmal auch ein Engel für Sie sein, gerade bei Beerdigungen, bei schweren Situationen aber auch beim gemeinsamen Froh-sein. Ich durfte mit Ihnen lachen und weinen, einfach «Leben teilen». Das ist für mich Seelsorge. Und ich möchte keine einzige Begegnung missen. Und dann ist da der Satz «Der Herr sei mit Dir». So war es in all den Begegnungen. Der Herr war da!
Das ist meine innerste Überzeugung, was Glauben bedeutet. Nämlich, dass der Herr immer da ist in unseren Begegnungen.
Ich möchte mich zum Schluss – das ist mir wichtig - auch bei allen entschuldigen, die ich in den letzten 29 Jahren vielleicht nicht immer genügend beachtet habe oder gar beleidigt habe. Es ist nun mal so: Engel und Bengel sind oft nahe beieinander.
Also entschuldigen Sie auch mein oft «Bengel sein».
Im Rückblich aber waren die letzten 29 Jahre sehr schön für mich. Ich möchte keinen Tag davon missen. Und so sage ich:
DANKE für alles, was ich mit Ihnen und Euch erleben durfte. Danke für alles, was noch kommen wird. «Der Herr ist mit uns», und er wir weiterhin mit uns sein. Und der liebe Gott sagt jetzt und alle Tage unseres Lebens zu mir und uns allen: «Fürchte Dich nicht».
Von Herzen wünsche ich auch dem jetzigen Pfarramtsteam alles Liebe und Gute. Ich bin sicher, sie werden in unserem Pfarreigarten neue und farbige Akzente setzen.
Othmar Kleinstein
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