Im Gespräch mit Pfarrerin Erika Compagno
Nach 35 Jahren im Pfarramt, davon 17 Jahre im Friesenberg und im Kirchenkreis 3, verabschiedet sich Pfarrerin Erika Compagno aus dem Gemeindedienst. Ganz loslassen wird sie die Kirche aber nicht: Sie bleibt weiterhin als Coach für Pfarrpersonen, Teams und Kirchgemeinden unterwegs.
17 Jahre im Friesenberg und KK3. Was war für Sie das Schönste an Ihrer Arbeit hier?
Ganz klar: die Menschen. Erwachsene, Kinder, Konfirmand:innen, das Team – all die Begegnungen. Die langen Gespräche oder die kurzen Wortwechsel auf der Strasse oder beim Einkauf, das stille Dasein in schweren Momenten und das gemeinsame Feiern im Hellen und Heiteren, all das hat mir den Friesenberg ans Herz wachsen lassen. Besonders wichtig ist mir die gelebte Ökumene im Quartier – das Miteinander über Konfessionsgrenzen hinweg.
Gab es eine biblische Geschichte, die Sie begleitet hat?
Die Geschichte von den Emmausjüngern. Zwei, die mit hängenden Köpfen unterwegs sind – und plötzlich läuft Jesus neben ihnen her. Unerkannt, aber genau zur richtigen Zeit. Das hat mich begleitet. Gott geht manchmal einfach mit, auch wenn man es erst später merkt.
Was werden Sie vermissen?
Vieles, zum Beispiel die Kaffees nach dem Gottesdienst. Und die Gespräche, die sich wie von selbst ergeben haben. Die Vielfalt, die Fragen, das Vertrauen – das war nie selbstverständlich für mich. Deshalb freut es mich, dass ich mich beim Bettagsgottesdienst verabschieden und allen danken kann, die mir als Pfarrerin ihr Vertrauen geschenkt haben, mein Gegenüber waren – das war und ist ein grosses Geschenk.
Und worauf freuen Sie sich jetzt?
Auf eine «luftigere» Agenda, auf Reisen, Lesen, mehr Zeit für Familie und Freundschaften und für Spontanes.
Wir danken dir liebe Erika für die jahrelange wunderbare und freundschaftliche Zusammenarbeit. Wir werden dich vermissen. Das ganze Pfarramtsteam wünscht dir und deinen Lieben für deine Zeit nach der Pensionierung alles erdenklich Gute.
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