Der 5-Liber für den heiligen Antonius

Antoniuskasse in der Kirche Dreikönigen

Von Nicola Siemon, Sozialarbeiterin:

In meiner Kindheit hatte meine Grossmutter eine klare Ansage für uns vier Geschwister:
„Wenn ihr was verliert, fragt den heiligen Antonius – aber vergesst den 5-Liber nicht!“

Und tatsächlich: Viele Dinge tauchten plötzlich wieder auf. Der 5-Stutz-Deal mit dem Heiligen hat uns zwar nicht vor allem Chaos bewahrt, aber doch etwas Ordnung ins Leben gebracht – und vielleicht auch ein bisschen Gottvertrauen.

Später, als Studentin, kam ich einmal richtig in Not. Auch da wandte ich mich an den heiligen Antonius – und ja, ich blieb ihm da etwas mehr schuldig als nur einen Fünfliber. Aber ich wusste, dass er nicht nur Finder von Dingen ist, sondern auch Helfer in der Not.

Heute weiss ich: Diese kleinen Spenden an den heiligen Antonius, die landen nicht einfach irgendwo – sie kommen Menschen zugute, die wirklich Hilfe brauchen. Denn der heilige Antonius ist nicht nur der Schutzpatron der Suchenden, sondern auch der Armen, der Hilfsbedürftigen – und ganz passend: auch der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter.

In unserer Kirche steht seine Kasse gegenüber vom Taufbecken. Vielleicht ist sie Ihnen schon einmal aufgefallen? Auf dem Kupferbild steht: „Was du einem meiner Geringsten tust, das tust du mir.“

Was dort leise eingeworfen wird – ob Münze oder Schein – wird von der Seelsorge mit viel Achtsamkeit weitergegeben. An Menschen, die in einer echten Krise stecken, still und oft unbemerkt. Darum meine Einladung: Wenn Sie mal wieder etwas verlieren – egal ob Schlüssel, Handy oder Nerven – fragen Sie den heiligen Antonius um Hilfe. Und wenn Sie’s wiederfinden, lassen Sie ihm den versprochenen Fünfliber da und wenn Sie sonst etwas Gutes tun wollen auch.

Ganz egal, ob es klappert oder flattert – es hilft.

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