Über multiple religiöse Identität sprechen
Ort: Paulus Akademie - Pfingstweidstrasse 28 - 8005 Zürich
Sich der eignen Biografie annähern
Religiöse Identität ist für viele Menschen von mehreren Faktoren geprägt und entsprechend vielfältig. Menschen beziehen sich in ihrer persönlichen Spiritualität, Zugehörigkeit, Biografie und religiösen Praxis oft auf mehr als nur eine religiöse Tradition oder Weltanschauung.
Die Vielfalt kann schon bei Geburt angelegt sein. Etwa, wenn Mutter und Vater unterschiedlichen religiösen Traditionen angehören. Unsere Identität wählen wir in vielem nicht selbst. Sie wird uns von aussen zugeschrieben oder sie wird konstruiert durch kollektive Zugehörigkeit(en). In manchen Fällen ist die religiös-spirituelle Vielfalt in der eigenen Biografie auch selbst gewählt.
Was bedeutet das für heutige religiöse Identität? Was sind gelingende Strategien, um mit den vielfältigen kulturellen, religiösen und biografischen Bezügen im eigenen Selbst umzugehen? Wie gelingt wahrnehmen, verstehen, reflektieren und das Sprechen darüber?
Überhaupt: warum sprechen wir in unseren gesellschaftlichen Diskursen so wenig über dieses Phänomen, obwohl es einen markanten Teil der Bevölkerung direkt betrifft?
Im 21. Jahrhundert stellt sich auch mehr als früher die Frage: Möchten Menschen sich von ihrer Biografie fremden Weltanschauungen beeinflussen lassen und etablieren neue Sympathien und Zugehörigkeiten? Lassen sich im Alltag andere Traditionen in die eigene Identität integrieren?
Und schliesslich: Wie viel an unterschiedlichen Religionsbausteinen oder Religionsverschmelzung ist durch unsere Biografien und gesellschaftliche Rahmenbedingungen lebenspraktisch einfach gegeben?
Davon hören wir und darüber sprechen und reflektieren wir gemeinsam mit Persönlichkeiten, die durch ihre Lebensgeschichte von multipler Identität unterschiedlich berührt sind und ihren eigenen Umgang damit gefunden haben.
Gäste:
Hasan Celebi hat Philosophie und Islamwissenschaft mit den Forschungsschwerpunkten Kurdistan- und Alevitentums-Studien studiert.
Als kurdisch-deutscher Wahlkölner engagiert er sich in verschiedenen Antisemitismus- und Rassismuskritischen kulturellen und politischen Kontexten.
Gülistan Savgat ist Sozialpädagogin mit Weiterbildung in Transkultureller Traumapädagogik. Sie arbeitet als sozialpädagogische Familienbegleiterin in der Nordwestschweiz mit Schwerpunkt auf Frauenrechte und häusliche Gewalt. Sie hat eine eigene Flucht- und Migrationsbiografie. Savgat ist kurdische Jesidin und engagiert sich aktiv für die jesidische Gemeinschaft.
Regula Weil ist pensionierte Lehrerin aus Biel und Schulleiterin. Sie ist Mitherausgeberin eines Buches zu vaterjüdischen Biografien. Ihre Eltern, der Vater Jude, die Mutter Nichtjüdin, führten eine Drogerie und waren in der jüdischen Gemeinde aktiv.
Karima Zehnder ist Sozial- und Kulturwissenschaftlerin und ehemalige Leiterin der interreligiösen Fachstelle inforel.ch. Sie arbeitet als freischaffende Mediatorin, Coach und Bildnerin. Zehnder wurde in eine multikulturelle und multireligiöse Familie geboren.
Programmkonzeption und Moderation: Dr. Tabitha Walther