«Film ab...» - Die Herbstzeitlosen

Ort: Ref. Kirchgemeindehaus

Die Herbstzeitlosen

Ein Film über Freundschaft, Mut und Selbstbestimmung – und über die wunderbare Erkenntnis, dass Träume kein Ablaufdatum haben.

Im kleinen Emmentaler Dorf Trub scheint die Welt noch in Ordnung – zumindest auf den ersten Blick. Martha Jost ist 80 Jahre alt, hat ihr ganzes Leben als Schneiderin gearbeitet und führt den kleinen Dorfladen. Doch seit ihr Mann gestorben ist, fehlt ihr die Freude am Leben. Sie zieht sich zurück, geht nicht einmal mehr zum Sonntagsjass mit ihren Freundinnen. Auch der Dorfladen läuft schlecht. Ihr Sohn Walter, der Dorfpfarrer, würde die Räume ohnehin lieber für seine Bibelgruppe nutzen.

Doch dann erinnern ihre Freundinnen Lisi, Hanni und Frieda Martha an einen alten Traum: Sie wollte schon immer eine eigene Lingerie-Boutique eröffnen. Was zunächst wie eine verrückte Idee klingt, wird tatsächlich Wirklichkeit. Martha verwandelt den biederen Dorfladen in eine charmante Boutique für Dessous. Und damit bringt sie nicht nur ihr eigenes Leben wieder in Schwung, sondern auch das ganze Dorf in Aufregung.

Denn Reizwäsche und ein traditionsbewusstes Emmentaler Dorf passen für viele zunächst überhaupt nicht zusammen. Besonders Marthas Sohn Walter und der konservative Gemeindepräsident Fritz Bieri stellen sich gegen das neue Geschäft. Ausgerechnet Martha, die bisher eher still und angepasst gelebt hat, entwickelt plötzlich erstaunlichen Kampfgeist.

Doch der Aufbruch bleibt nicht nur ihr eigener. Auch ihre Freundinnen beginnen, ihre bisherigen Grenzen zu hinterfragen: Hanni macht ihre Fahrprüfung, Frieda entdeckt Computer und Internet für sich. Die vier Frauen zeigen, dass Veränderung nicht nur etwas für die Jungen ist – und dass man manchmal erst im höheren Alter den Mut findet, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Dabei bleibt der Film nicht nur heiter. Der Tod von Lisi erinnert schmerzlich daran, dass auch ein neuer Lebensabschnitt nicht vor Verlust und Abschied schützt. Gerade dadurch bekommt die Geschichte ihre Tiefe: Es geht nicht darum, das Alter zu verleugnen, sondern darum, trotz allem, was das Leben mit sich bringt, lebendig zu bleiben.

Stephanie Glaser als Martha und ihre grossartigen Mitspielerinnen verleihen dem Film Wärme, Witz und eine grosse Portion Schweizer Bodenständigkeit. Bettina Oberli erzählt ihre Geschichte mit liebevollem Blick auf die Figuren und mit einem feinen Gespür für die kleinen Absurditäten des Dorflebens.

Der Eintritt ist frei, freiwilliger Unkostenbeitrag

Ulrike von Allmen (ref. Kirchgemeinde), Aimée Fehr (kath. Pfarrei) und das ökumenische Vorbereitungsteam