September – der Engelsmonat

Wenn die Sommerhitze langsam nachlässt, die Tage kürzer werden und der Herbst in der Luft liegt, beginnt der Monat September. Für viele ist es einfach der Übergang vom Sommer zum Herbst. In der kirchlichen Tradition aber ist der September auch der Engelsmonat – ein stiller, oft übersehener Schatz des liturgischen Jahres.

Man muss nicht an Flügel glauben, um sich mit Engeln zu beschäftigen.

Engel – das sind in der Sprache des Glaubens Boten des Lichts, Helfer auf unseren Wegen, Wächter in dunklen Zeiten. Sie sind in der Bibel keine kitschigen Wesen auf Wolken, sondern kraftvolle, klare Zeichen dafür, dass der Mensch nicht allein ist. Engel tauchen dort auf, wo Menschen nicht mehr weiterwissen. Sie bringen Trost, Mut, manchmal eine klare Richtung. Ob man das nun als inneres Gefühl deutet, als Intuition, als das gute Wort eines Menschen im richtigen Moment – oder als Eingreifen von oben: Der Gedanke, dass es Helfer gibt, die uns begleiten, ist uralt und wohltuend.

Am 29. September feiert die Kirche das Fest der drei Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Sie stehen für Schutz (Michael), gute Nachrichten (Gabriel) und Heilung (Raphael). Jeder Mensch hat irgendwann eines dieser drei Dinge bitter nötig.

Vielleicht braucht unsere Zeit gerade wieder einen neuen Blick auf diese alten Bilder. Was ist meine Botschaft an andere? Wo kann ich heilend wirken? Wen kann ich beschützen? Und umgekehrt: Wen oder was nehme ich als „Engel“ wahr in meinem Alltag?

Der Engelsmonat September lädt uns ein, den Blick zu heben. Nicht weg von der Welt, sondern tiefer hinein: in ihre verborgenen, leuchtenden Spuren. In das Gute, das uns umgibt – auch wenn wir es nicht immer gleich erkennen.

Engel – das sind Zeichen der Hoffnung. Und davon kann unsere Welt nie genug haben.

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