Fasnachtsgottesdienst mit Predigt in Reimen, 8. Februar 2026
Kath. Kirche, Oberrieden
Reim-Predigt zu Mt 5,13-16 (Salz der Erde / Licht der Welt)
Liebe Schwestern, liebe Brüder,
Reimpredigt gibt es heute wieder.
Wie es seit 27 Jahren bei mir schon Brauch,
Tradition verpflichtet – also dieses Jahr auch.
Die Predigt darf in Versen erklingen,
der Chor darf lustige Lieder singen –
und Sie – Sie dürfen schmunzeln und geniessen,
auf die Kollekte nachher sei jetzt schon verwiesen.
Ich hoffe, dass das Wort der Heiligen Schrift
auch heute auf offene Herzen trifft,
um es mit Tiefe, manchmal auch mit Lachen
ins Heute zu übersetzen, wirksam zu machen.
Die Bergpredigt gehört für uns zu den bekannten
Thesen Jesu, die aber nur wenig Anklang fanden.
Denn viele Menschen, die seine Worte hörten,
spürten hohe Forderungen, die sie störten –
denn bei Jesus gehören zusammen Wort und Tat,
weshalb mancher mutlos Abstand genommen hat.
Im Mt-Evangelium – Jesus vom Berge aus spricht:
Bildhafte Worte – vom Salz und vom Licht!
Ja, dort draussen auf dem Berg, oberhalb der Stadt -
Jesus (mit Blick in die Ferne) sehr gerne gepredigt hat.
Wir sind es (Salz und Licht) – nicht «ihr sollt es sein»,
diese Bild-Worte fahren mir so richtig ein.
Wir haben alles in uns, was es zum Glücklichsein braucht,
selig, wer in diese Lebens-Perspektive eintaucht.
«Ihr seid» sagt Jesus – nicht nur Du,
auch dieses Detail lässt mir keine Ruh`-
Jesus sieht uns alle als Brüder und Schwestern,
die zusammen gehören - nicht erst seit gestern.
Freunde kann ich wählen – meine Geschwister nicht,
mit denen Leben zu teilen – ist meine oberste Pflicht,
Ihr dürft selbstbewusst sein das „Licht der Welt“ -
denn nur Wärme und die Nächstenliebe zählt!
Ihr seid gedacht als „Salz der Erde“,
die durch euch geschmackvoll werde.
Versteck` also deine Talente und Begabungen nicht –
zeig` sie, setz` sie ein – so dass man darüber spricht!
Salz konservierte früher, es bewahrte vor Not,
es würzte das Leben, es würzte unser Brot.
Doch Salz, das nicht mehr würzig schmeckt,
wird weggeworfen - in den Müll - direkt.
Denn ihr könnt ahnen – welch` ein grosser Frust,
wenn das Evangelium bedroht von Geschmacksverlust!
Schaut: Salz kann nicht anders als salzig sein,
jede Kerze will brennen / leuchten - hell und rein.
Das Salz muss sich mit anderen Zutaten vermengen,
nur so kann es sich entfalten und Fadheit sprengen.
Ihr seid das Salz - so sagt Jesus uns allen,
ohne Liebe würde die Welt auseinander fallen –
es gäbe noch mehr Hass, Krieg und Streit,
ChristInnen gebt unserer Welt ein neues Kleid!
So müsst ihr heute ChristInnen sein:
Nicht laut und grell, doch klar und rein.
Ein Körnchen Wahrheit zur rechten Zeit, am rechten Ort,
wirkt - verändert sehr viel - nicht immer sofort.
Hand aufs Herz: Sind wir ein Licht, das hell erstrahlt,
das Gottes Güte und Weite in die Herzen malt?
Die Menschen mögen durch dich «Gott» entdecken
sich neu nach Liebe und Versöhnung ausstrecken.
Mit Wort und Tat wollen wir einander im Glauben stärken,
die Welt soll hell werden mit unseren guten Werken.
Aber gute Taten sind wie ein jeder weiss,
nicht immer laut – manchmal ganz leis`.
Jesus hat auch Reich-Gottes-Reden gehalten,
da haben ihm gelauscht die Jungen und die Alten.
Ja, Jesus hat es riskiert, laut und deutlich zu sagen,
was manche nur im Geheimen zu denken wagen.
Was gab es Wichtiges im vergangenen Jahr
in unserer Welt-Kirche – ja das ist klar:
Letztes Jahr haben wir hier für Papst Franziskus gebetet,
haben über seinen Gesundheitszustand offen geredet –
am Ostermontag war es dann doch so weit,
Papst Franziskus hinauf ins Reich Gottes eilt –
zu meinem Erstaunen gab es eine rasche Papst-Wahl
die Kardinäle einigten sich schnell – ganz ohne Qual.
Der Heilige Geist schwebte wohl über den Kardinälen,
die den neuen Papst im Konklave durften wählen.
Der neue Papst, ein Amerikaner – zunächst` ein Schock,
er lebte lange in Peru – nicht wie Trump ein eitler Bock.
Viele erhoffen sich in Leo einen neuen Brückenbauer –
der die Erneuerung fortsetzt – nur noch viel schlauer ?
Denn es gibt Traditionalisten und auch Propheten
unter den Kardinälen, die in Gremien mit ihm reden.
Ob er alle an einem runden Tisch zusammenbringt -
das muss gelingen, weil sonst unser Kirchenschiff sinkt!
Sein Name Leo steht hoffentlich für sein Programm,
so dass er Frieden wagt nicht wie ein Lamm -
er mag als Löwe den Weg von Franziskus weitergehen,
mit wieviel Erfolg – wir werden es sehen.
Werfen wir nun einen Blick zurück –
wo machte wer sein «Meisterstück»?
Unser Forum kommt seit 1 Jahr in neuem Outfit daher,
mit vielen Vorgaben macht es uns die Gestaltung schwer,
nur noch alle vier Wochen dafür ein dickeres Format,
ob die vielen Artikel auch treue Leser finden mag?
Seit März holen wir bei Migros Lebensmittel ab,
manchmal sehr viel und manchmal auch knapp,
Tagesfrisch-Produkte, die man nicht verkaufen kann,
kommen spät abends so doch noch an Frau und Mann.
Seit Palmsonntag ist die neue Rutsche eingeweiht,
die Planung des Spielturms brauchte seine Zeit –
welche Farbe, welche Höhe – bis alle sich einig waren,
am Geld lag es nicht, das war da schon seit Jahren.
Die Kinder dürfen sich freuen, dürfen ihn jetzt benutzen,
können mit viel Spass und Schwung hinunterrutschen.
Die Firmreise nach Assisi – die war über Auffahrt im Mai,
15 Firmanden/Firmandinnen waren mit dabei.
Sie durften das Leben von Franz und Klara entdecken,
deren Geist der Einfachheit riechen und schmecken.
Im Juli kam als Firmspender Josef Annen angereist
und erflehte für unsere Jugendlichen den heiligen Geist.
Den brauchen wir sehr in unserer heutigen Welt,
wo nur Macht und Gewalt noch zählt.
Acht neue Gesichter hat unsere Mini-Schar bekommen,
wir hiessen sie beim Sommerfest herzlich willkommen,
auch sonst war Gross und Klein zahlreich - man staune,
bei Spielen und feinem Essen von Dölf – bei bester Laune.
Gerne denke ich an den Ausflug in die Verena-Schlucht,
auch ne Begegnung mit dem Einsiedler haben wir gesucht,
viel Natur, viel Ruhe und Stille wir dort fanden,
gute Gespräche gab es auch – ganz offen gestanden.
Beim Kirchenchor gab es auch einen Jubilar,
Adrian leitet seit 20 Jahren schon – das ist klar,
mit grossem Engagement und seiner Professionalität,
wird auch als Mensch sehr geschätzt – ihr habt es erlebt.
Im November ist Thomas Binotto zum Konzil gekommen,
wir haben spirituell in Wort und Bild dazu gewonnen,
er wird uns auch im Jahr 2026 noch begleiten,
wenn wir gemeinsam Ideen suchen für neue Zeiten…-
«Kirche» wird sich wandeln mit/ohne uns - schon morgen,
mit und ohne KI – bleiben uns Menschen viele Sorgen.
Die Weihnachts-Gottesdienste feierten sehr viele mit,
das Kind in der Krippe ist doch noch ein echter Hit.
Am Neujahrstag die Hiobs-Botschaft hat uns alle erschreckt,
der Brand von Crans Montana hat uns alle aufgeweckt –
vierzig junge Menschen mussten ihr Leben lassen,
dazu viele Schwerverletzte – heute noch kaum zu fassen.
König/Königin sein ist in Oberrieden nicht mehr «in»,
ein tolles Projekt – aber ich fast verzweifelt bin:
Gerade mal 4 Kinder als Sternsinger liessen sich finden –
welche als Segensbringer wollten die Botschaft verkünden.
Die Reformierten liessen im Januar stolz verkünden,
nicht alle Gottesdienst-Besucher das so toll jetzt finden,
sie wurden mit dem «grünen Güggel» zertifiziert –
müssen jetzt zusammenrücken, so dass niemand friert.
Im ökumen. Bibelgespräch lesen wir im Ersten Testament
gemeinsam das Buch Ester, das kaum jemand kennt:
Es geht dort um die Rolle von Frau und Mann,
um «Feiern und Fürchten» - kommt, hört es euch an!
Mitte Januar ist vis-a-vis ein Stück Strasse verschwunden,
der Strom im Pfarrhaus war weg für 1-2 Stunden,
zum Glück war es ein Freitag das Sekretariat nicht besetzt,
es war nur mein PC, der schwarz blieb - aber zuletzt
konnte ich meine Predigt ausdrucken und vor Augen sehen,
wir sind sehr abhängig geworden – das muss ich gestehen.
4 Ampeln regeln vorm Pfarrhaus jetzt unseren Verkehr,
vorher gabs ne Totalsperre – da ging gar nichts mehr.
Die Baustelle bleibt uns wohl noch länger erhalten,
der neue Gemeinderat darf dann dieselbe verwalten.
Wagen wir nun noch einen kurzen Blick voraus –
was steht in nächster Zukunft an - hier im Haus:
Pfarrei-Skilager: Ach jemine, ach jemine –
in Obersaxen – da hat`s kein Schnee!
Das ist jetzt wirklich gar kein Scherz,
es sieht dort aus wie sonst im März.
Da muss man/frau halt flexibel sein
und packt die Wanderschuh` mit ein!
Es braucht ein Wunder, liebe Leut`,
viel Schnee von oben, der uns freut!
Welchen Namen der neue Weihbischof trägt,
das wird in Rom derzeit lang überlegt.
Bischof Joseph freut sich auf den neuen Mann,
der ihn dann in der Bischofskonferenz unterstützen kann.
Die Fastenzeit mit dem Motto „Zukunft säen“ -
die Hilfswerke wollen mit uns dorthin sehen,
unsere Aufmerksamkeit neu wecken - weil oft verborgen,
uns zum Teilen animieren–es geht ums „Brot von morgen!“
Den Suppentag gestalten wir ökumenisch am 15. März –
hoffentlich kommt ihr dann auch alle mit offenem Herz,
gute Christen seid ihr – wenn ihr mutig dorthin seht,
wo Hunger und Not, Gewalt und Elend entsteht,
und wenn ihr euch wieder mal ganz ehrlich fragt,
unseren Lebensstil zu ändern – ja wer das wagt,
der darf träumen und mitbauen an Gottes neuer Welt
wo allein die Würde eines jeden Menschen zählt.
Neue Köpfe stellen sich zur Wahl für den Gemeinderat,
hoffentlich werden sie danach auch in Wort und Tat,
die Geschicke Oberriedens zum Wohle aller lenken,
werden sie die Steuern erhöhen oder doch weiter senken?
Ferienlager zuhause gibt es dann wieder im April,
da können Kinder miteinander – nur wer das will,
zum Thema «Geheimnisvolle Mauern» etwas erleben -
Zeit teilen, mal streiten und sich wieder vergeben.
Neue Gesichter in die Kirchenpflege dürfen wir wählen,
anfangs Juni – ich hoffe, wir können auf euch zählen,
InteressentInnen hat es bereits – das freut mich sehr,
wir wollen das Gremium verjüngen– meldet sich noch wer?
Der Pastoralrat will im Herbst «Zukunft und Hoffnung» wagen,
auf einer Retraite gemeinsam Ideen sammeln und sagen,
in welche Richtung unsere Kirche sich bewegen soll und will,
unser aller Glauben zu stärken – mal laut, mal ganz still.
Thomas Binotto wird uns Impulse geben, uns dabei begleiten,
uns fit für Morgen machen, unseren Blick führen und weiten.
Doch jetzt will ich meine Gedanken zu Ende bringen,
der CHOR will ja auch noch seine Lieder singen.
Verzeiht, was ich vergessen hab, nicht gewagt - zu sagen,
es bleiben stets offen – heikle Themen, brennende Fragen.
Aber meine Predigt - ja wirklich - die geht hier zu Ende,
es gibt nichts mehr, was ich in Kürze noch sagen könnte –
mein Dank geht an Sie alle, die heute kamen,
ich mache Schluss und ihr sagt: Amen.
Thomas Hartmann (Diakon, Heilig Chrüz Oberrieden)
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