1. Dante Alighieri
In einer Schrift über die Monarchie plädierte der Schöpfer der «Göttlichen Komödie» für eine Trennung von Kirche und Staat. Die weltliche Herrschaft sollte allein dem Kaiser und nicht dem Papst anvertraut werden. Verboten! Von 1564 bis 1884.
— «De monarchia» (um 1316)
2. Jean de la Fontaine
Als der Fabeldichter eine Sammlung von erotischen und frivolen Geschichten publizierte, platzte dem züchtigen Klerus fast vierzig Jahre später der Kragen. Die Sammlung wurde wegen Unsittlichkeit auf den Index gesetzt.
— «Contes et nouvelles en vers» (1665)
3. Daniel Defoe
Der Autor der «Schatzinsel» beschrieb in einer Satire das Wirken des Teufels in der Weltgeschichte. Die Kirche verurteilte das als ketzerisch. Er hatte ihr wohl zu deutlich den Spiegel vorgehalten.
— «The Political History of the Devil» (1726)
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4. Gotthold Ephraim Lessing
Der deutsche Aufklärer war der Kirche generell ein Dorn im Auge. Vor allem empörte sie sich über «Nathan der Weise», weil in der Ringparabel der Absolutheitsanspruch des Christentums in Frage gestellt wurde.
—«Nathan der Weise» (1779)
5. Heinrich Heine
Heinrich Heine machte Reiseberichte zur Kunst. Er beschrieb politische und gesellschaftliche Verhältnisse so kritisch und scharfzüngig, dass er von Antisemiten wie von Nationalisten bekämpft wurde. Die Kirche warf ihm zudem Gottlosigkeit vor und setzte ihn auf den Index.
— «Reisebilder» (1826/1827)
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6. George Sand
Die französischen Kirchenfürsten waren besonders verbotsfreudig, deshalb wurde der Index mit französischer Literatur überhäuft. Wegen ihrer feministischen und sozialkritischen Haltung wurde George Sand gleich gesamthaft verboten.
— «Consuelo» (erschienen 1843)
7. Alexandre Dumas
Egal ob der Ältere oder der Jüngere über die Liebe schrieb – beide Dumas waren der Kirche viel zu freizügig. All ihre «unzüchtigen» Liebesromane gehörten deshalb verboten.
— «Der Graf von Monte Christo» (1844–1846)
— «Die Kameliendame» (1848)
8. Gustave Flaubert
Gegen seine Beschreibung eines Ehebruchs ging sogar der französische Staat wegen angeblicher Unmoral vor. Vor Gericht wurde Flaubert freigesprochen. Die Kirche jedoch setzte die Lektüre des Buches unter Strafe.
— «Madame Bovary» (1857)
9. André Gide
Weil der Literaturnobelpreisträger bürgerliche und christliche Moralvorstellungen kritisierte und Homosexualität offen thematisierte, verbot die Kirche sein gesamtes Werk.
— «La Symphonie pastorale» (1919)
10. Simone de Beauvoir
Letzte Zuckungen: Als bereits niemand mehr den Index ernst nahm, wurden 1956 auch noch zwei Bücher der französischen Feministin mit
einem Verbot gewürdigt.
— «Le Deuxième Sexe» (1949)
11. Nikos Kazantzakis
Die katholische Kirche bekämpfte seinen Jesus-Roman. Sogar die Bestattung auf einem orthodoxen Friedhof wurde ihm verweigert. Auf seinen Grabstein liess Kazantzakis schreiben: «Ich erhoffe nichts. Ich fürchte nichts. Ich bin frei.»
— «Die letzte Versuchung Christi» (1951)
12. Françoise Sagan
Die katholische Kirche machte den Erstling einer damals 18-jährigen Autorin zum Skandal und damit erst richtig bekannt. Der Roman landete auf dem Index, was seinen Verkauf derart ankurbelte, dass die Beschreibung jugendlicher Sehnsucht zum Welterfolg wurde.
— «Bonjour Tristesse» (1954)
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