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Musik
Inselfriede
Die Jazz-Musikerin Yumi Ito hat sich für ihr fünftes Album auf die Insel zurückgezogen – mit Hilfe ihrer Vorstellungskraft und während ihrer Reisen nach Island, Milos und den spanischen Cíes-Inseln. Dort hat sie Einsamkeit gesucht und die Perspektive, die sich nur aus der Distanz erschliesst und fernab vom Lärm des Alltags. Entstanden ist das Album «Ysla», das den Frieden nach den unvorhersehbaren wilden Stürmen des Lebens beschreibe, wie die Musikerin sagt. Im Stück «After the End» etwa fragt sich die japanisch-polnisch-schweizerische Sängerin, wie es danach weitergehen wird. Der drängend fragende Beat des Basses schwindet zunehmend und gibt den kunstvollen Tonläufen der Sängerin Raum. Diese Verzierungen beherrscht Yumi Ito auf beeindruckende Weise. Ihre Stimme, das Piano, das sie spielt, Bass und Schlagzeug schenken auch den Zuhörenden Insel-Momente. (eme)
— «Ysla»
Yumi Ito, Enja Records
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Musik
Widerspenstig
Die raue Stimme von Joseph Arthur fräst sich förmlich ins Ohr, nur um sich dort plötzlich mit sanfter Eindringlichkeit einzunisten. Der Folk-Rock-Singer-Songwriter erzählt unter dem Schlüsselwort «Faith» von nichts weniger als vom Kampf mit seinen Dämonen und der Begegnung mit seinem Retter Jesus Christus. Joseph Arthur tut das teilweise mit brachialer Direktheit, schlägt aber glücklicherweise nicht die eindimensionalen Töne eines missionarischen Rechthabers an. Musikalisch ist das derart energetisch, dass man den einen oder anderen Widerhaken in Kauf nimmt. Ein existentialistisches, widerspenstiges Album als Aufgalopp zu einer Trilogie, in der noch «Heart» und «Fight» zu erwarten sind. (bit)
— «You’re Not a Ghost Anymore: Faith»
Joseph Arthur, Lonely Astronaut
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Musik
Herzschlag
Alison Moyet war in den 1980er-Jahren ein Star des Synthie-Pops. Dann geriet sie ausser Mode, tauchte mehrmals ab, aber auch immer wieder auf. Mit «Key» feiert Moyet ihre vier Jahrzehnte dauernde Solokarriere mit der Neuinterpretation von 16 ihrer alten Songs. «Die Absicht hinter den neu produzierten Tracks war nicht, sie modern zu machen. Ich bin kein Teil der modernen Pop-Welt, und das juckt mich auch nicht.» Wie souverän ist das bitte! Und Moyet kann es sich leisten, denn ihre tiefe Soulstimme funkelt immer noch als eine der grossartigsten Stimmen des Pops. Voller Melancholie erzählt «Key» von der Mühsal menschlicher Beziehungen. Der Herzschlag geht schwer, und gleichzeitig pumpt er erdig, treibt kraftvoll immer weiter zum Licht. (bit)
— «Key»
Alison Moyet, Cooking Vinyl