Synode diskutiert Beitrag für Freie Katholische Schulen Zürich

Wieviel Geld sollen die Freien Katholischen Schulen Zürich bekommen? Darüber debattierten die Synodalen an ihrer Sitzung vom 18. Juni intensiv. Der Beitrag an die Paulus Akademie wurde diskussionslos beschlossen.

Die Synode tagt wegen der Renovierung des Rathauses in der zum Rathaus umfunktionierten Bullingerkirche.

Der Beitrag der Katholischen Kirche im Kanton Zürich an die Katholischen Schulen Zürich (FKSZ) ermöglicht es Kindern aus einkommensschwachen Familien, die FKSZ zu besuchen. Vor vier Jahren hatte die Synode - das Parlament der Katholischen Kirche im Kanton Zürich - beschlossen, den vorherigen Beitrag von 2,6  Millionen Franken schrittweise auf 2,2 Millionen zu reduzieren – also um jährlich 100 000 Franken. Als Begründung wurde unter anderem die finanzielle Entwicklung der Katholischen Körperschaft im Kanton Zürich genannt, deren Einnahmen als rückgängig beurteilt wurden. Die Rechnung schloss in den letzten vier Jahren jedoch jeweils besser ab als erwartet.

Die Jahresrechnung 2025 schloss jedoch trotzdem gegenüber dem Budget um 3,918 Millionen Franken schlechter ab als vorgesehen. Dies wegen dem von der Synode beschlossenen ausserordentlichen Beitrag von 5 Millionen Franken an die Basilius-Vogt-Stiftung für den Umbau des FKSZ-Schulhauses Sumatra, sowie weiterer einmaliger Beiträge in der Höhe von 600 000 Franken. Trotz dieses Ausgabenüberschusses ist die Kirche schuldenfrei und hat eine gute Eigenkapitaldeckung, wie die Finanzkommission darlegte. Die Jahresrechnung 2025 der Katholischen Körperschaft im Kanton Zürich wurde ohne Widerspruch von den Synodalen akzeptiert.

 Zahlreiche Synodale äusserten sich persönlich und emotional für die Schulen.

Zurück zum Schulgeld-Beitrag an die Katholischen Schuen zur Unterstützung einkommensschwacher Familien: Der Synodalrat (Exekutive) beantragte dafür für die nächsten vier Jahre jährlich 2,3 Millionen Franken. Die vorberatende Kommission für Bildung und Soziales wollte sich wieder dem früheren Beitrag annähern und beantragte 2,5 Millionen Franken. In der Debatte äussersten sich zahlreiche Synodale, die entweder selbst die Schule besucht hatten oder über Familienangehörige mit den FKSZ verbunden sind, sehr persönlich und emotional für die Schulen. Zwei Synodale beantragten noch höhere Beiträge als die Kommission. Schlussendlich wurden die vier Anträge zur Bereinigung nebeneinander gestellt. Obwohl die Stimmen für die drei höheren Anträge zusammengezählt mehr waren als für den Antrag des Synodalrates, obsiegte dieser bei der Schlussabstimmung zum Erstaunen aller dann doch. 

Der jährliche Beitrag an die Kulturinstitution Paulus Akademie wurde ohne Diskussionen genehmigt, gemäss dem Antrag des Synodalrats mit 1,414 Millionen Franken für die Jahre 2027 bis 2030.

Ethikpreis 2025 der Katholischen Kirche: Jury und Preisträgerinnen und Preisträger.

Vor dem Mittag wurde es feierlich in der Bullingerkirche, wo die Synodensitzungen wegen der Renovierung des Rathauses stattfinden. Die drei Ethikpreise für das Jahr 2025 sowie der Sonderpreis Kunst und Ethik wurden an Studierende von verschiedenen Hochschulen verliehen. Den detaillierten Bericht dazu finden Sie hier.

 Eine Motion verlangte, den Beitritt zur Allianz Gleichwürdig Katholisch zu prüfen.

Zu reden gab dann wieder die Motion der Synodalin Myriam Barzotto. Sie wollte den Synodalrat beauftragen, einen Beitritt zur Allianz Gleichwürdig Katholisch (AGK) zu prüfen. Der Synodalrat unterstützt diese Organisation bereits finanziell, ist aber nicht Mitglied. Die AGK setzt sich für eine «gleichberechtigte, glaubwürdige und solidarische römisch-katholische Kirche» ein, wie sie selbst schreibt. Synodalratspräsident Raphael Meyer begründete die Haltung des Synodalrats, der die Motion nicht annehmen wollte. Er sagte unter anderem, dass nicht alle Anliegen der AGK mehrheitsfähig seien und sich die Körperschaft in der Pflicht sehe, für alle Katholikinnen und Katholiken da zu sein. Einige Synodale, die sich zu Wort meldeten, sahen das komplett anders. Max Elmiger, ehemaliger Caritas-Direktor, fasste das kurz und knapp so zusammen: «Wer A sagt, muss auch B sagen», sonst wäre es konsequenter gewesen, gar kein Geld zu sprechen. Es wurde aber auch geäussert, die Kirche solle sich nicht politisch exponieren. Myriam Barzotto stellte den Inhalt und die Haltung in den Vordergrund und legte dar, dass andere Kantonalkirchen keine Berührungsängste mit der AGK hätten. Trotz vorgängig über 40 Mitunterzeichnenden unterlag die Vorlage schliesslich in der Abstimmung mit nur 35 Ja- gegen 50 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen, was zu einer sichtlichen Enttäuschung im Saal führte.

Der Jahresbericht wurde ebenso wie die Berichte der Personalombudsstelle und der Rekurskommission nach diversen Erläuterungen der Synodalräte und -rätinnen sowie den Fachexpertinnen und -experten der Kommissionen problemlos abgenommen. Zahlreichen Voten bezogen sich mit unterschiedlichen Deutungen auf die aktuelle Reputationskampagne der Katholischen Kirche im Kanton Zürich «miteinander – füreinander». Die Kampagne bildete den roten Faden im Jahresbericht 2025 der Kirche, wird seit Ostern aber auch mit verschiedenen Massnahmen im Kanton Zürich weiter ausgerollt.

Den Synodenbericht der Kommunikationsstelle des Synodalrates mit der detaillierten Rechnung finden Sie hier.