Tobias Grimbacher im Theater STOK, das er als Teil eines Kollektivs mitleitet.

Zürich regional

Wo spielt der Glaube?

Ob als Kirchenmann oder Theatermacher: Tobias Grimbacher interessiert sich leidenschaftlich für theologische Fragen.

Es ist keine gute Idee, mit Tobias Grimbacher zum Auflockern übers Wetter zu reden. Der Meteorologe spricht viel lieber über Literatur, Theater oder die Kirche, für die er seit sieben Jahren im Synodalrat tätig ist. Seit Kurzem leitet er zudem gemeinsam mit anderen das Theater STOK in Zürich.

Der Weg den Hirschengraben entlang, vom Sitz des Synodalrats zum Theater, ist kurz und verbindet zwei Welten, in denen sich Tobias Grimbacher stark engagiert. Im STOK werden gerade neue Bühnenscheinwerfer montiert – sie sollen künftig auch die Produktionen der «dramateure» ausleuchten, jener Theatergruppe, die der Theaterlieb­haber mitbegründet hat.

Nach Zürich kam Tobias Grimbacher 2001 für seine Dissertation an der ETH. Seine Theaterleidenschaft lebte er zunächst in der Gruppe «akitiv» des Akademikerhauses aki aus, später gründete er mit anderen Alumni «die dramateure». Bis heute bringt die Gruppe jedes Jahr ein Stück auf die Bühne; zuletzt «Gewitter» von Alexander Ostrowski. Tobias Grimbacher liebt Rollen mit Tiefe und Humor und schreibt seit Studienzeiten selbst lyrische Texte. Im Sommer organisiert er mit anderen Schreibenden literarische Spaziergänge.

Noch älter als seine Freude am Theater ist sein kirchliches Engagement. Er war Ministrant, Oberministrant und in Hochschulgemeinden in Bonn und Zürich aktiv. In seiner Pfarrei Allerheiligen in Zürich-Nord engagierte er sich zunächst im Pfarreirat, wurde später Synodale und schliesslich Synodalrat. Dort verantwortet er heute das Ressort Bildung und Kultur – eine ideale Verbindung seiner Interessen.

In Zukunft werde es in der Kirche im Kanton Zürich weniger Angestellte und Behördenmitglieder, weniger Pfarreien und Kirchgemeinden brauchen, nicht aber zwingend weniger Gottesdienstorte. Tobias Grimbacher will verstehen, wo Kirche ausserhalb klassischer Strukturen stattfindet und wie sie ökumenisch und interreligiös wirken kann. Auch interkantonale Kooperationen, etwa bei Fachstellen oder Kirchenmedien, kann er sich gut vorstellen.

Neben der Politik beschäftigt den Kirchenmann weiterhin die Theologie. Bereits vor seiner Zeit als Synodalrat absolvierte er einen Studiengang Theologie – ein Interesse, das nicht nur für seine kirchenpolitische Tätigkeit, sondern auch bei der Auswahl und Interpretation von Theaterstücken immer wieder zum Tragen kommt.