«Kirche Kunterbunt» in der Gemeinde Guthirt in Zürich.

Zürich regional

Pinguine gibt es auch in Nigeria

«Kirche Kunterbunt» ist ein ökumenisches Konzept von fröhlicher Kirchengemeinschaft für Familien. Eindrücke aus St. Marien Winterthur und Guthirt Zürich.

«Ekuarum» – «Guten Morgen!» An diesem Sonntag laden die Gemeindeleitenden von St. Marien in Oberwinterthur zu einer Begegnung mit Afrika ein. Land und Motto des Weltgebetstags vom März 2026 bieten eine schöne Gelegenheit, Evangelium und Vielfalt miteinander zu verbinden: «Kommt! Bringt eure Last – Wir reisen nach Nigeria.» 

Über zehn «Kirche Kunterbunt»-Anlässe haben in Winterthur bereits stattgefunden. In Guthirt Zürich ist das Gottesdienstprojekt im letzten Dezember gestartet und findet bereits grossen Anklang. Schon der Name klingt nach Kreativität und fröhlichem Durcheinander. Doch hinter diesem lebendigen religionspädagogischen Familienangebot steckt weit mehr als nur Trubel: Hier soll Glaube erlebbar werden, Gemeinschaft wachsen und vor allem Freude entstehen. Astrid Knipping, Seelsorgerin im Winterthurer Team, sagt: «Es ist ein sehr gut organisiertes und durchdachtes Kunterbunt.»

Das gelingt dank guter Zusammenarbeit. Fünf Winterthurer Pfarreien bilden ein engagiertes Team aus Gemeindeleitenden, Seelsorgenden, Katechetinnen sowie einer vielfältigen Gruppe von Freiwilligen. In Guthirt ist es ein Team von Freiwilligen rund um die ebenfalls freiwillig engagierte Cathrin Hosenfeld.

Zum Winterthurer Team gehört Samuel, der im Rollstuhl unterwegs ist und die Teilnehmenden mit grosser Herzlichkeit empfängt. Oder Frozan und ihre muslimische Familie sowie Jugendliche der Jubla Oberwinterthur. 

Die meisten Kinder steuern sofort die kreativen Stationen an – das Kissen-Batiken, die interaktive Geschichte «Meins und Deins» oder die Chill-Oase. Einige Eltern treffen sich derweil im Worldcafé. «Wir sind dann weg, tschüss Papa!», ruft ein Mädchen lachend und winkt. Draussen wartet eine kleine Challenge: Peter Koller, Gemeindeleiter von St. Urban, fordert die Kinder auf, mit einem Stock auf der Schulter möglichst viel Gewicht zu tragen und damit zu laufen. «Odabu!» – «Danke vielmals!» Die Botschaft wird greifbar: Niemand muss seine Last allein tragen.

Auch das Wissen wird getestet: Was ist das «schwarze Gold»? Ob auch die Knete, mit der wilde Tiere gebastelt werden, aus Erdöl hergestellt wird? Gross und Klein formen Elefanten, Flamingos, Schlangen – und ja, sogar Pinguine –, ob sie nun zu Nigeria gehören oder nicht. Als Trommeln erklingen, ist es Zeit für die Feier, kurz vor dem gemeinsamen Mittagessen. Alle kehren in die Kirche zurück. Lieder, kurze Gebete und Gedanken vertiefen das Thema des Tages: Wenn das Herz schwer wird, hilft Gott, die Last zu tragen.