«Weltjugendtag» erstmals im Kanton Nidwalden

Junge Menschen sind nach Stans eingeladen: Beim «Weltjugendtag» stehen drei Tage lang Gemeinschaft, Glaube und Begegnung im Zentrum. Die Veranstaltenden erwarten etwa 800 Teilnehmende.

Betende Menschen rund um das Allerheiligste
Menschen beten rund um das Allerheiligste: In der römisch-katholischen Kirche wird Jesus in der Hostie angebetet, in der nach offizieller Lehre seine Präsenz geglaubt wird.

Im Sommer 2025 war das alte Rom Ziel der Jugend – derjenigen Jugend, welche die Gemeinschaft unter dem Zeichen ihres christlichen Glaubens leben wollte. 1985 von Papst Johannes Paul II. ins Leben gerufen, war und ist der Weltjugendtag WJT als Plattform für junge Menschen gedacht, die gemeinsam ihren katholischen Glauben leben wollen. Der Sinn des Weltjugendtages liegt weniger im Eventcharakter als in der Stärkung von Identität, Gemeinschaft und Spiritualität. Er soll junge Menschen motivieren, ihren Glauben aktiv zu leben, sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen und Begegnungen zu ermöglichen. Während der internationale Weltjugendtag in einem Turnus von drei bis vier Jahren stattfindet, feiern einige Länder – darunter die Schweiz – jeweils ihren nationalen Weltjugendtag. Dieser wird 2026 vom 12.bis 14. Juni in Stans ausgetragen – zum ersten Mal im Kanton Nidwalden. Mit rund 800 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind diese regionalen Ausgaben deutlich kleiner als die internationalen, bei denen meistens über eine Million Menschen aus aller Welt in die jeweilige Stadt pilgern.

Junge Menschen sollen ihren Glauben als Kraftquelle erleben.

Zentrum des Geschehens in Stans ist die Pfarrkirche St. Peter und Paul, wie das elfköpfige Organisationskomitee schreibt. Das Festivalgeländewird im nahen Steinmätteli-Park liegen. Das Motto des nationalen Weltjugendtages 2026 lautet «Habt Mut, auf Jesus zu setzen». Dahinter stecke die Ermutigung junger Menschen, ihren Glauben im Alltag als Kraftquelle und Wegweiser zu erfahren, wie die Organisatoren schreiben. Dies geschieht insbesondere in Form von stimmungsvollen Momenten bei Lobpreis, Gottesdiensten und inspirierenden Vorträgen, welche das dreitägige Programm reichlich vorsieht. Dabei soll die unterhaltsame Festivalatmosphäre nicht fehlen, die von unterschiedlichen Aktivitäten, konzertanten Beiträgen oder sportlicher Betätigung geprägt wird. Interaktive Marktstände christlicher Organisationen sorgen ferner für Kurzweiligkeit. Workshops zu Glaubensthemen runden das Programm ab.

Dass Stans als Austragungsort des Schweizer Weltjugendtages ausgesucht worden ist, hat unter anderem mit der Grösse der Pfarrkirche zu tun, sagt Markus Leuthold dazu. Er ist Leiter Katechese bei der Pfarrei Stans und als ständiges Mitglied im WJT-OK vertreten. «Pro Gottesdienst werden jeweils zwischen 500 und 600 Personen erwartet. Diese Menge können nur wenige Kirchen fassen.» Ausserdem brauche es für einen Grossanlass dieser Art in unmittelbarer Nähe zur Kirche eine passende Infrastruktur, welche in Stans vorhanden sei und für andere, kleinere Kirchgemeinden wohl eine Herausforderung bedeutet hätte. «Die Vorbereitungen zum WJT 2026 in Stans verlaufen konstruktiv mit viel Offenheit », fährt Leuthold fort, der den Verantwortlichen als Vertreter der örtlichen Pfarrei tatkräftig zur Hand gegangen ist. Vor in der Organisation, beispielsweise beim Reservieren von Räumlichkeiten für die Programmpunkte oder der Turnhallen als Übernachtungsmöglichkeit.

«Dass so viele junge Menschen ihren Glauben feiern, wird bestimmt ausstrahlen.»

Dass so viele junge Menschen an einem Ort gemeinsam ihren Glauben feiern, werde bestimmt ausstrahlen, ist Leuthold überzeugt. Dies dürfte unter anderem durch die Präsenz zweier ranghoher Vertreter der Kirche verstärkt werden: Die Samstagsmesse um 10.30 Uhr hält Alain de Raemy, Weihbischof im Bistum Lausanne, Genf und Freiburg; und die Messe am Sonntag – ebenfalls um 10.30 Uhr – der Churer Bischof Joseph Maria Bonnemain.

Das könnte Sie auch interessieren