Jugend lädt ein

Zwischen Pendlerströmen wird in der Bahnhofshalle geworben und verkauft. Was erzählt am 31. Mai der Bistumstag den Menschen im Zürcher Hauptbahnhof?

Cécile Morgenthaler und Nadine Inglin begrüssen am Bistumstag die Besucherinnen und Besucher.

Ich treffe Nadine Inglin und Cécile Morgenthaler, die sich im Welcome-Team des Jugendrates für den Bistumstag engagieren. Sie freuen sich, dass die vielen Ideen aus den Sitzungen nun bald Gestalt annehmen. Der Bistumstag bildet den krönenden Abschluss des von Bischof Joseph Maria Bonnemain ausgerufenen Bistumsjahres mit dem Motto «hören handeln hoffen». Nach zwei Stationen in Chur und Ingenbohl-Brunnen, die die Bistumsregionen Graubünden und Urschweiz abdeckten, soll es ein Begegnungstag der Bistumsregion Zürich-Glarus sein. 

Nadine engagiert sich im Jugendrat, Cécile in der Taizé- und Friedenslichtgruppe. Beruflich arbeiten sie als Informatikerin und Multimediaelektronikerin in Ausbildung. «Wir wollen zeigen, wie vielfältig Kirche ist», sagt Cécile. In der Bahnhofshalle entstehen Stände, an denen sich von der Jubla bis zur Spitalseelsorge Fachstellen und Gruppierungen vorstellen. Das Welcome-Team aus rund 25 Jugendlichen ist für Gespräche da. Auf ihren T-Shirts stehen Fragen wie «Was gibt dir Hoffnung?». Na­dine erzählt von einer weiteren Idee: ein Goldfischglas voller Ermutigungen. «Man kann einen Satz für jemand anderen aufschreiben und gleichzeitig selbst einen ziehen.» Es sind einfache Gesten, die Begegnung und Aufmunterung ermöglichen sollen, erzählt sie lächelnd. Auf einem «Plauderbänkli» kommt man ungezwungen mit dem Bischof, Ordensleuten und anderen kirchlich Engagierten ins Gespräch. Gerade für junge Menschen, so Nadine, sei der Tag eine Chance, über die eigene Pfarrei hinauszuschauen. Neue Kontakte entstehen und in Gesprächen über den Glauben ergeben sich unerwartete Entdeckungen. Sie selbst hat zum Beispiel Taizé erst durch ihr Engagement kennengelernt und dies als Bereicherung empfunden.

«Ein besonderes Highlight ist der Gottesdienst in der Bahnhofshalle», sagt Cécile. Sie kennt Gottesdienste in den Bergen oder grosse Taizé-Gebetstreffen, die sie berührt haben. Entscheidend sei nicht der Ort, sondern die Stimmung. Nach dem Mittagessen (für 10 Franken pro Person) gibt es ein buntes Bühnenprogramm, unter anderem mit indischer und portugiesischer Tanzgruppe, einem afrikanischen Chor, einem Podium, Kurzvideos und dem Sänger Peter Januš, der mit einer Schar Ministrantinnen und Ministranten auftritt.

Am Ende bleibt vor allem eine Einladung. Man solle einfach vorbeikommen, sagt Nadine, selbst wenn es nur für kurze Zeit sei. Es gebe viel zu entdecken und zu erleben. Wer kommt, nimmt etwas mit und erkennt vielleicht, dass die Kirche viel grösser und vielfältiger ist, als man zunächst denkt.

Das ganze Programm des Bistumstags:

www.zhkath.ch/bistumstag