Was haben Sie beim Schwingen fürs Leben gelernt?
In Bewegung zu bleiben und dass es gut ist, Kraftreserven zu haben. Aber meine mentalen Fähigkeiten sind matchentscheidend. Das Wissen darum, schon viele Hürden überwunden zu haben, hilft mir, die nächste zu nehmen.
Von wo haben Sie Ihre mentale Stärke?
Meine Eltern haben uns sechs Kinder gelehrt, das zu schätzen, was wir haben. Aber ich habe auch geübt, positiv zu denken, weil ich von Natur aus eigentlich eine Person bin, die vieles hinterfragt.
Wie bringen Sie einen Menschen aus dem Gleichgewicht?
Indem ich meinem Gegenüber einen Schritt voraus bin.
Wie bleiben Sie selbst im Gleichgewicht?
Indem ich neben dem Schwingen mit meiner Arbeit ein zweites Standbein habe in meinem Leben.
Fühlen Sie sich stark?
Ja, aber ich habe mich schon stark gefühlt, bevor ich Schwingerkönigin wurde. Ich habe eine innere Stärke, weil mich meine Eltern zu einer unabhängigen selbständigen Frau erzogen haben. Ich kann für mich selbst sorgen und das ist die Voraussetzung dafür, dass ich mich um andere kümmern kann.
Gibt es auch Kämpfe, die Sie nicht führen?
Ich fechte viele Kämpfe aus, aber nur wenn ich das Gefühl habe, dass es sich lohnt. Ich kämpfe lange, aber wenn ich mal aufhöre, dann fange ich nicht nochmals an. Für mich bedeutet Kampf Engagement. Früher habe ich mich selbst manchmal zurückgenommen aus Sympathie zu einer Gegnerin. Das mache ich heute nicht mehr. Dafür kriege ich keinen Dank.
Wann ist es angezeigt, aufzugeben?
Wenn ich alles ausprobiert habe und nichts hat genützt und ich selbst nicht mehr mag, dann gebe ich auf.
Ihr Verhältnis zu Schwäche?
Es ist eine grosse Stärke, seine Schwächen zu erkennen. Es lohnt sich, darüber nachzudenken, was es mit der Schwäche auf sich hat, sonst werden sie zu wunden Punkten.
Wenn Sie auch im Gesundheitswesen Königin wären, was würden Sie befehlen?
Dass alle Menschen Zugang zu den gleichen medizinischen Leistungen haben.