«Im Zentrum christliche Spiritualität geht es uns nicht um Wissensvermittlung oder Aktivismus», erklärt Andreas Beerli im gemütlichen Cheminée-Zimmer. «Es geht uns um das Erfahren von christlicher Spiritualität und die Begegnung mit Menschen, die ähnliche Zugänge haben.» Hier finden einmal im Monat die «Kamingespräche» statt, ein Austausch mit versierten Referentinnen oder Referenten. An der Wand stehen Bücher zu theologischen und spirituellen Themen sowie Glaubensfragen zur Ausleihe bereit. «Im Saal nebenan finden – ebenfalls monatlich – Referate mit einem grösseren Publikum statt», erklärt Beerli, Co-Präsident des Vorstandes des Vereins «Zentrum christliche Spiritualität». Ein kleines Büro, ein Gesprächszimmer für die hier angebotene geistliche Begleitung und die Kapelle der Caritas-Schwestern, die mitbenutzt werden darf, vervollständigen das Raumangebot.
Christoph Wider
Seit jeher arbeitet das Zentrum christliche Spiritualität mit der benachbarten Pfarrei St. Peter und Paul zusammen, deren Seelsorger Martin Conrad auch im Vorstand des Zentrums mitwirkt. «Neu bieten wir zusammen mit der Offenen St.-Jakob-Kirche jeden Donnerstagmorgen um 7 Uhr eine Kontemplationsstunde an», sagt Beerli. Beruflich ist er als Leiter der Gefängnisseelsorge, Supervisor und Coach im Auftrag des Generalvikariats Zürich engagiert, fürs Zentrum christliche Spiritualität arbeitet er grösstenteils ehrenamtlich, wie alle vom Vorstand des Trägervereins. «Uns ist es wichtig, selber die christliche Spiritualität zu leben, die wir mit den Leuten, die an unsere Veranstaltungen kommen oder sich zu Gesprächen melden, teilen wollen.» Umfangreiche Exerzitien, Tage zu Kontemplation und Achtsamkeit, Bibelteilen und wöchentliche Schweigemeditationen gehören daher zum Angebot, an dem «ein harter Kern» von regelmässig Teilnehmenden dabei ist, zu dem immer wieder aber auch neue Interessierte dazukommen. «Es ist ein Ort der Spiritualität im urbanen Raum, wo auch immer öfter Menschen ohne kirchliche Bindung Inspiration und manchmal auch Heimat finden», freut sich Beerli. «So hat es sich Sr. Alix erträumt, als sie das Zentrum zusammen mit dem Seelsorger Toni Zimmermann gegründet hat. Das führen wir nun mit neuen Kräften weiter.»
Nebst dem fünfköpfigen Vorstand helfen rund 20 Freiwillige mit. Finanziell getragen wird das Zentrum durch die Caritasgemeinschaft, die dem Zentrum einen Teil der Räume in ihrem Haus gratis zur Verfügung stellt, und durch den Verband der römisch-katholischen Kirchgemeinden der Stadt Zürich. «Auch die Katholische Kirche im Kanton Zürich und das Generalvikariat sowie die Pfarrei Peter und Paul tragen dieses Zentrum finanziell und ideell mit», sagt Beerli.