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Während Papst Pius IX. sich gegen demokratische Entwicklungen und wissenschaftliche Erkenntnisse gestellt hatte, war der Nachfolger Leo XIII. (1810–1903) seiner Zeit gegenüber viel aufgeschlossener. 1891 veröffentlichte er sein wichtigstes Lehrschreiben, das bis heute Wirkung zeigt. In der Enzyklika «Rerum novarum» reagierte er auf die neuen wirtschaftlichen Verhältnisse, durch die eine Zweiklassengesellschaft entstanden war. Leo XIII. forderte einen dritten Weg, neben Kapitalismus und Marxismus. Einerseits verteidigte er das Privateigentum, gleichzeitig forderte er klare Rechte für Arbeiter. Er erklärte die Behauptung des Liberalismus, dass der Markt sich im «freien Spiel der Kräfte» selbst reguliere, für gescheitert und forderte eine staatliche Sozialpolitik zum Schutz der Menschenwürde und eine Überwachung der Arbeitsverhältnisse. Wirtschaft im Dienste des Gemeinwohls war das zentrale Anliegen seiner gesamten Amtszeit von 1878 bis 1903.
Damit legte Leo XIII. den Grundstein für die «Katholische Soziallehre». Alle Parteien, die das C im Namen tragen oder trugen, hatten hier ihre Wurzeln. Und bis in die Gegenwart haben Päpste diese Soziallehre bekräftigt und weiter ausgefaltet. Besonders nachdrücklich hat sich der amtierende Papst in diese Linie gestellt, indem er den Namen Leo XIV. wählte.