Er heisst Pepe, ist eher kirchenfern, 40 Jahre alt, lebt in einer Partnerschaft, ist aber nicht zwingend verheiratet. Pepe hat Kinder, gehört der unteren Mittelschicht an und hat eine Migrationsgeschichte – Pepe ist eine typische Person, die es zwar so nicht wirklich gibt, die es aber geben könnte. Irgendwo da draussen in Dietikon, erzählt Rita Mock, während ihr Blick durch die Turmfenster über die Stadt wandert. Rita Mock gestaltet zusammen mit Pfarrer Adrian Sutter das Pfarreileben. Um ihrer Arbeit eine Vision zu geben, haben sie sich von der Stadt einige Zahlen geben lassen zu den rund 7000 Katholikinnen und Katholiken, und eine Analyse erstellt: Wer wohnt hier, und wo? Pepe ist wahrscheinlich nicht im alten Teil Dietikons zu Hause, Richtung Bergdietikon. Auch nicht im Limmattower – lauter Eigentumswohnungen. Vielleicht im Limmatfeld, nahe der Industrie? Dietikon sei Migrationsstadt geworden. In der Kirche hätten sie es mit Menschen aus rund 70 verschiedenen Ländern zu tun. «Sie alle gehören zu Dietikon», sagt Rita Mock schlicht und liebevoll, «und zu unserer Pfarrei. Das ist schön, bereichernd und wertvoll.»
Wertvoll ist auch die Lage der Kirche. Der Blick von oben fällt direkt auf den angrenzenden Hauptplatz, auf der anderen Seite unmittelbar auf den Bahnhof. Immerhin gehört St. Agatha zu den vier ältesten katholischen Pfarreien im Kanton Zürich, bald 100 Jahre prägt der schmucke Turm das Stadtbild. Die Pfarrei heute möchte in sozialer Hinsicht prägend sein: «Wir überlegen, zusammen mit der reformierten Kirche und der Freikirche BewegungPlus ein soziales Café zu eröffnen – am liebsten direkt hier am Hauptplatz», verrät Rita Mock. Es ist nur eine Idee von vielen.