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Ein Buch für Fastenzeiten
«Eigentlich bin ich ganz anders»
Fast wie ein Krimi liest sich die Geschichte von Hagar, der Sklavin von Abraham, die in die Wüste flieht und fast verdurstet. Sie ist einer von sieben biblischen Menschen, deren Geschichte in diesem fantasievoll gestalteten Fastenbuch frei nacherzählt wird. Kurze Gedichte, Comics, Bilder und Illustrationen, ein persönlicher Brief und ein Couvert, in das eigene Gedanken und Notizen eingefügt werden können, machen das Buch zu einem «Vertiefer» für persönliche Fastenzeiten. Diese können jederzeit im Jahr gehalten werden, so wie sich auch die Kapitel kreuz und quer lesen lassen. «Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu.» Dieser Satz des ungarischen Schriftstellers Ödön von Horváth gab dem Buch den Namen: «Eigentlich». Wer sich auf dessen Anregungen, existentielle Fragen und selbst gewählte Veränderungen einlässt, kommt seinem eigentlichen Sein bestimmt näher. (bl)
— Eigentlich – Ein Buch für Fastenzeiten,
144 Seiten, www.tecum.ch
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Buch
«Zeit der liebenden Aufmerksamkeit»
Christoph Kardinal Schönborn ist vor einem Jahr als Erzbischof von Wien zurückgetreten. Schönborn sah sich immer in erster Linie als Seelsorger. So hat er über Jahre jeden Sonntag einen meditativen Impuls zum Tages-Evangelium geschrieben. Seine Auslegungen sind keine theologischen Reflexionen, sondern lebensnahe Betrachtungen. Er fragt: Wie geht es mir mit diesem Text? Was bedeutet er für mich heute? Er bettet die Texte auch in die konkrete Geographie des Landes, in dem Jesus lebte. In diesem Band sind die Texte vom ersten Fastensonntag bis Pfingsten aus allen drei Lesejahren der Liturgie zusammengestellt. Schönborns Fazit: «Es tut gut zu wissen, dass am Ende des Weges die Auferstehung steht. Nicht nur für Jesus, auch für uns.» (bl)
— Zeit der liebenden Aufmerksamkeit. Ein Begleiter für die Fasten- und Osterzeit
Christoph Kardinal Schönborn, Hubert Philipp Weber (Hrsg.),
Patmos 2019, 224 Seiten.
ISBN 978-3-8436-1120-6
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Musik
I-E-O-U-A
Es sind die Vokale im hebräischen Namen von Jesus, die Helge Burggrabe zum Ausgangspunkt für sein 2008 uraufgeführtes Oratorium «Jehoschua» gewählt hat. Sein Werk «von der Menschwerdung» erzählt Geschichten aus den Evangelien, die beispielhaft für das Wirken von Jesus stehen. Nicht nur die «Spielerei» mit den Vokalen erinnert dabei an Johann Sebastian Bach. Der 1973 geborene Burggrabe steht auch hörbar in der Tradition Bachs und ist gleichzeitig fest in der zeitgenössischen klassischen Musik verwurzelt. Das spiegelt sich auch in der aussergewöhnlichen Besetzung wider: Solo-Klarinette, Cello, Percussion, Solo-Gesang, Kammerorchester und -chor. Aus diesem Spannungsbogen entsteht eine oft berückende, mal innige, mal expressive und erstaunlich leicht zugängliche musikalische Meditation. (bit)
— Jehoschua
Oratorium von Helge Burggrabe
Auf CD Oehms Classic und im Streaming