Glauben heute

Auferstehung heisst neues Leben, neue Wirklichkeit

An die Auferstehung zu glauben, macht uns im Kern zu Christinnen und Christen. Der Apostel Paulus formuliert es zugespitzt: «Ist Christus nicht auferstanden, dann ist unser Glaube sinnlos.» Doch was bedeutet «Auferstehung» eigentlich?

Im Deutschen klingt «Auferstehung» zunächst schlicht. Es erinnert an ein Wieder-Aufstehen nach einem Sturz. Tatsächlich steckt im biblischen Urtext genau dieses Bild. Das griechische Wort «anástasis» bedeutet «Aufstehen» und auch das lateinische «resurrectio» meint ein Wieder-Aufrichten. Entlang des Kreuzwegs fällt Jesus dreimal und steht immer wieder auf. Auch Petrus fällt – er verleugnet Jesus dreimal – und wird neu aufgerichtet. Auferstehung zeigt sich hier als göttliche Kraft, die Menschen nicht im Fallen lässt. Sie bedeutet: Gott richtet auf, wo Menschen scheitern – nach Schuld, nach Enttäuschung, nach Momenten, in denen wir uns selbst ver­loren glauben. Doch der christliche Glaube versteht darunter weit mehr als das Zurückkehren in ein früheres Leben. Die Auferstehung Jesu ist kein Neustart des Alten, sondern der Beginn einer neuen Wirklichkeit – Leben, das selbst der Tod nicht mehr zerstören kann.

Aus diesem Grund versammeln sich Christinnen und Christen am ersten Tag der Woche. Der Sonntag ist der Tag der Auferstehung – ein Zeichen dafür, dass mit Christus eine neue Zeit begonnen hat. Die Kirche feiert sie nicht nur einmal im Jahr an Ostern. Vielmehr ist jeder Sonntag ein kleines Osterfest. Auferstehung wird so zu einer Wirklichkeit, die das Leben der Glaubenden im Alltag prägt. So bleibt Auferstehung ein Geheimnis – und zugleich eine Lebenshaltung. Es ist der Glaube an Gottes Kraft, die aufrichtet und neues Leben schenkt. Eine Hoffnung, die wir auch jeden Tag in der Natur erahnen: im Aufgang der Sonne, im Erblühen der Pflanzen oder in der Verwandlung der Raupe zum Schmetterling. Was scheinbar tot und erstarrt ist, wird zu neuem Leben erweckt.