Zürich regional

Allianz für Reformen

Bei Mentari Baumann fliessen Anliegen zu Kirchenreformen zusammen.

Fragt man Mentari Baumann nach dem Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche antwortet sie, es sei etwas, «von dem wir noch nicht wissen, wie es geht». Es gebe nicht viele Organisationen, die die ganze Welt umspannten. «Eine Weltkirche so zu gestalten, dass man das entscheiden könnte, ohne dass es eine Spaltung gibt … etwas in der Grössenordnung schaffen auch die Vereinten Nationen nicht.» Sowieso sieht sie das Frauenpriestertum nicht als Lösung, um eine gleichberechtigte Kirche zu werden. Sondern? «Synodal unterwegs zu sein.» Synodalität, davon ist Baumann überzeugt, sei nicht einfach ein Thema unter anderen. Sie sei eine Haltung, die alle Themen und vor allem die Entscheidungsfindung durchdringen müsse. Beispiel: Wie werden Seelsorgende für ihren kirchlichen Dienst beauftragt? Die Schweizer Bischöfe haben sich jüngst dazu positioniert. «Ich hätte Verständnis für ihre Position, wenn die Bischöfe sie wirklich zusammen mit anderen entwickelt hätten, etwa mit den Landeskirchen, mit Seelsorgenden. So aber durften einige wenige etwas sagen, sonst aber ist die Position ein bischöflicher Alleingang.» Also: «Inhaltlich muss ich nicht mit allem übereinstimmen, aber die Vorgehensweise, wie entschieden wird, müsste stimmen.»

Die Allianz Gleichwürdig Katholisch gehört zu jenen wenigen, die die Bischöfe vor ihrem Entscheid angehört hatten. Dies ist Teil der Arbeit der Allianz. Sie ist damit beides, systemkritisch und systemerhaltend. «Bei uns sind Menschen aktiv, die die Kirche erhalten möchten. ‹Katholisch› ist bewusst Teil unseres Claims», sagt die Geschäftsführerin. Laut Website identifizieren sich 43 Akteurinnen mit der Allianz, von der Herbert Haag Stiftung, dem Frauenbund, der Franziskanischen Gemeinschaft, bis hin zu Pfarreien, Pastoralräumen und Landeskirchen. Die Zürcher Landeskirche gehört nicht dazu. «Noch nicht», hofft Baumann. Finanzielle Unterstützung sei allerdings gesprochen worden. Auch der Verband der röm.-kath. Kirch­gemeinden Zürich hätte einmalig Geld gesprochen. Mit derartiger Unterstützung ist die Allianz nun seit 2021 unterwegs, seit 2022 mit Mentari Baumann als Geschäftsführerin. Erfolg in ihrer Arbeit bemisst die 32-Jährige daran, dass Anliegen wie Gleichberechtigung sichtbar werden. Und wann wäre das Ziel erreicht? «Wenn alle Menschen in eine Kirche hineingehen können mit dem ehrlichen Bewusstsein, hier bin ich so angenommen, wie ich bin.»