Zürich regional

Unsere Sprache: Aramäisch

Naseem Asmaroo, Priester der chaldäisch-katholischen Gemeinschaft in der Schweiz

Aramäisch ist die Sprache von Jesus. Wird es noch gesprochen?

Ja, in christlichen Familien. Da es eigene Schriftzeichen hat, im Irak aber offiziell nicht unterrichtet wird, kann es kaum jemand lesen oder schreiben. Nur die Kirchen lehren Priestern, Diakonen und Freiwilligen Sprache und Schrift. Das klassische Aramäisch ist unsere Liturgiesprache seit dem 1. Jahrhundert. Heute wird in modernem Aramäisch gebetet.

Was zeichnet Ihre Gemeinschaft aus?

Zum Gottesdienst in Winterthur kommen Leute aus dem Kanton Zürich, aber auch aus Basel über St. Gallen bis Luzern. Es sind ganze Familien, junge Erwachsene und Grosseltern. Die Liturgie verbindet, auch Menschen der syrisch-katholischen oder assyrischen Kirche feiern mit uns. Es ist den Menschen wichtig, ihren Glauben in ihrer Sprache zu feiern. 

Was sind die Schwierigkeiten?

Ich bin mit einem 20 %-Pensum für die Chaldäer im Bistum Lausanne-Freiburg-Genf angestellt, kümmere mich aber zusätzlich ehrenamtlich um unsere Leute in der ganzen Schweiz. Wir feiern im Turnus in Genf, Montreux, Bern und Winterthur je einmal im Monat Gottesdienst. Für Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen fahre ich überallhin, es ist mir wichtig, die Menschen zu begleiten. Ich empfehle, die Kinder in ihren Ortspfarreien auf die Erstkommunion vorzubereiten, für eine gute Integration. Viele unserer Leute sind als Sakristane, in Pfarreiräten oder sonst in der Ortskirche engagiert