Tipps der Redaktion

Musik, die uns am Herzen liegt

Klassik
Schwelgen und weinen

Ich war ein Teenager mit viel Schmerz im Herz. Drama jahrelang. Der Soundtrack zu diesem Leben war düster und schwer. Dann kam die erste grosse Liebe und die Töne wurden heller. Wir schwelgten und weinten zu den gleichen Liedern. Fuhren mit dem Auto in den Süden in die Sommerferien und sangen lauthals Arien mit Cecilia Bartoli. Letztere war damals seit zehn Jahren auf den internationalen Opernbühnen unterwegs und wurde frenetisch gefeiert. Wir kauften ihre CDs und besuchten einige ihrer Schweizer Konzerte. In Luzern standen wir beim KKL in der Kälte Schlange. Die Primadonna belohnte uns mit professionellem Charme und einem Autogramm auf der CD-Hülle. Auf die erste grosse Liebe folgte eine zweite. Die CDs von Bartoli habe ich noch immer. Gerade höre ich sie wieder und erinnere mich an die vergangene Zeit, als wäre es gestern gewesen. (eme)

— Cecilia Bartoli, Chant d’Amour, Myung-Whun Chung Piano, DECCA


Christlicher Pop
So klingt Zuversicht

Als Teenager hörte ich ihre Musik rauf und runter, ihre Konzerte half ich mitorganisieren: Gen Rosso, die internationale Band der Fokolar-Bewegung, traf meine Sehnsucht nach Frieden und einem lebendigen, viel­fältigen und alltagsnahen Glauben auf den Punkt. Die samtene Stimme des philippinischen Sängers klingt mir heute noch im Ohr. Die Zuversicht in ihren Texten, in verschiedenen Sprachen gesungen, stärkte mich: «Semina la pace e tu vedrai … che un mondo nuovo nascera: Säe den Friede … und eine neue Welt wird entstehen.» Heute fehlt mir öfter diese unbedingte Hoffnung, doch Frieden säen, bleibt ein Wunsch. Kraftspendend wirkt weiterhin die Melodie vom Lied «Bleibe hier bei uns, der Tag neigt sich schon» – mit dem Satz: «Wenn Du unter uns bist, gibt es keine Nacht.» Mit neuer Besetzung, aber alter Kraft, ist die Band immer noch auf Tour. (bl)

— www.genrosso.com


Pop
Seelendurchleuchtung

Ich weiss noch genau, wie ich 1982 in Kiel aus meinem Taschengeld mein erstes Album von Peter Gabriel gekauft und danach wochenlang in Dauerschleife gehört habe. Seit «Plays Live» und über 40 Jahren ist der Ex-Genesis-Frontmann eine musikalische Konstante in meinem Leben. All seine Alben, wirklich alle, sind mir ans Herz gewachsen. Seine einzigartige Stimme, seine Melodien und Rhythmen, seine Arrangements, seine Geschichten erreichen mich immer. Und obwohl Gabriel ostentativ seine und damit auch meine Seele durchleuchtet, nicht selten krass surreal, wirkt seine Musik auf mich doch sehr entspannt und beruhigend. Gemeinsam werden wir die Turbulenzen in unseren Köpfen und Herzen schon aushalten und etwas Gutes daraus machen. (bit)

— Peter Gabriel, Plays Live, Universal Music