Zürich regional

Im Matsch über die Wiese rennen

Über 10 000 Kinder, Jugendliche und Leitende tauchten über Pfingsten im «Jublasurium» in die Welt der Insekten ein. 

Über Wettingen (AG) schwebt eine Drohne und macht Fotos. Von oben sieht das Lagergelände wie ein Insektenstaat aus: Viele kleine Krabbler wuseln durcheinander, bauen Wege, transportieren Berge an Proviant, erschliessen Wasser- und Essensstellen, errichten Unterschlüpfe. «Eine Insektenkonferenz in Gefahr» ist auch das Motto des Jublasuriums: Spielerisch lernen die Kinder, welche Rolle Insekten im Ökosystem spielen und welche Möglichkeiten es gibt, ihre Lebensräume zu erhalten.

Die Dämmerung setzt ein. Ladina hört nach einem Tag voller Spiel und Sport das Gute-Nacht-Gschichtli. Darin wurden die Kinder in die Zeit der Dinosaurier zurückversetzt, um herauszufinden, warum die Ameisen das grosse Aussterben damals, im Gegensatz zu den Dinos, überlebt haben. Die Antwort? Wenn alle zusammenhalten, kann man ganz viel schaffen. Das erlebt auch Ladina. Sie freut sich riesig, gemeinsam mit anderen Kindern in grossen Gruppen während der Lagerspiele über die Wiesen rennen zu können – auch wenn das im Matsch, der durch den Regen an vielen Stellen entstanden ist, gar nicht so einfach ist. Aber sich richtig ins Zeug legen, das ist genau Ladinas Ding. Für die kommende Nacht würde sie sich sogar über ein bisschen Regen freuen, weil es sich im Zelt so gemütlich anfühlt, wenn der Regen gegen die Zeltwand prasselt.

An einem Stand zwischen Schminkzubehör, Kostümen, Farben, Pinseln und vielen kreativen Kindern steht Atelierleiter Remo. Auf einem Stuhl sitzt ein Mädchen, auf dessen Gesicht sich ein Schmetterling entwickelt. In einem nächsten Schritt könnte es sich dann noch verkleiden und sich zum Beispiel ein paar Fühler auf den Kopf setzen. Verwandlung, Metamorphose ist das Motto dieses Angebots. Vom Kind zum Insekt, aber vielleicht auch von der Raupe zum Schmetterling? Remo freut sich, dass sein Atelier gut bei den Kindern und Jugendlichen ankommt. Nach dem vielen Laufen und einer kurzen Nacht können sie sich hier ein wenig zurückziehen, die müden Beine ausruhen und kreativ sein. Remo ist schon lange Teil der Jubla und betont, dass es ihm wichtig sei, sich weiter zu engagieren. Der Schmetterling auf dem Gesicht des Mädchens ist fertig. Zum Glück müssen Schmetterlinge nicht am Boden kriechen.  Kurz vor der Abreise tauchte auf der Lagerplatzbühne die bekannte Schweizer Band «Hecht» auf. Tanzend und hüpfend liessen die tausenden Kinder das n­a­tionale Pfingstlager zu den Klängen von «Charlotta» und «Kawasaki» ausklingen.

Zahlen zum Jublasurium

· 43 grosse Baumstämme
· 2830 Zeltblachen
· 7000 m2 Bodenplatten
· 6800 kg Nudeln
· 1800 kg Tomatensauce
· 10 km Stromkabel 
· 2 km Glasfaserkabel
· 810 Ehrenamtliche

www.jublasurium.ch