Sie erinnert sich, wie sie als Kind Gutscheine für die Kindervorführungen im Casino Zug gesammelt hat. Und sie erinnert sich, wie sie als Jugendliche mit dem Töffli nach Luzern ins Kino gefahren ist. Seither sind Filme für Monika Dommann ein wichtiges Fenster zur Welt. Und seither ist das Kino ihr Lieblingsort, wenn sie Filme sehen will.
Mit 14 hat Dommann erstmals auf eigene Faust einen Film besucht. Es war «Sürü – Die Herde» von Yılmaz Güney. Heute ist das ein bedeutendes Zeitdokument und damit wie geschaffen für die Historikerin Dommann, die als Professorin für Zeitgeschichte häufig mit Filmen arbeitet. Dommann sieht darin wichtige audiovisuelle Quellen, die ebenso viel über das Zeitgeschehen aussagen, das sie dokumentieren, wie über die Zeit, in der sie entstehen. Entscheidend ist für Dommann nicht, ob jedes Detail korrekt wiedergegeben wird. Vielmehr misst sie die Qualität von Filmen daran, wie kritisch sie mit ihren Quellen umgehen. Auch historische Bilder sollen untersucht, hinterfragt und in einen Kontext gestellt werden – gleichgültig, ob es sich um dokumentarische oder fiktionale Filme handelt.
In der Paulus Akademie gibt Monika Dommann im lockeren Gespräch und begleitet von Filmausschnitten einen Einblick in ihre Filmbiografie.
Kulturelle Biografie: Monikas Watchlist
Freitag, 8. Dezember,
18.30 bis 20.00 Uhr
Moderation: Thomas Binotto
Paulus Akademie,
Pfingstweidstr. 28, 8005 Zürich
Anmelden bis 5. Dez., Fr. 20.– (10.– erm.)
Die Backlist zur Watchlist
Die Plätze 1–10 werden am 8. Dezember in der Paulus Akademie verraten.
11. Il Vangelo secondo Matteo
«Pier Paolo Pasolini dreht mit Laien, sucht die Essenz. Herausragender, herzerwärmender Soundtrack.»
12. Welt am Draht R. W. Fassbinder
«Eines meiner Themen: Die Technisierung der Welt und daraus entstehende dystopische Fantasien.»
13. The Piano Jane Campion
«Campions feministischer Blick auf das 19. Jahrhundert mit einer weiblichen Heldin, die sich für das Leben und nicht den Tod im Wasser entscheidet.»
14. Unrueh Cyrill Schäublin
«Schäublin schafft eine Bildsprache, die nicht bloss die Feder offenlegt, welche mechanische Uhren zum Schwingen bringt, sondern auch anarchistische Utopien und industrielle Arbeitsverhältnisse.»
15. Notre Corps Claire Simon
«Die Kamera begleitet die Erfahrungen von Frauen mit ihrem Körper mutig und radikal von der Geburt bis zum Sterben … »
Die gesamte Watchlist ist ab dem 9. Dezember auf unserer Website und unserem Youtube-Kanal zu finden.
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