Palmsonntag - 29. März, 10.30

Sonntag, 29. März, 10.30
Palmsonntag erinnert uns an den Einzug Jesu in Jerusalem, an ein Ereignis, das damals geschah, heute gefeiert wird und zugleich auf das verweist, was Gott noch vollenden wird. Die Menschen empfingen Jesus mit Palmzweigen, Zeichen der Ehre und des Sieges. Wenn wir heute Palmen binden, sie segnen lassen und mit nach Hause nehmen, greifen wir diese alte Tradition auf und tragen sie in unseren Alltag hinein. So wird das biblische Geschehen Gegenwart: Christus kommt auch heute als Friedenskönig zu uns. Er reitet auf einem Esel in die Stadt ein, wie es der Prophet Sacharja vorausgesagt hat. Dieses Zeichen der Bescheidenheit zeigt, wie Jesus seinen Weg versteht, nicht als Machthaber, sondern als einer, der Frieden bringt. Die Menschen rufen «Hosanna!», ein Wort, das ursprünglich «Hilf doch! Bring Rettung!» bedeutet. Dieser Ruf verbindet damals und heute, denn er bleibt Ausdruck von Hoffnung, Vertrauen und der Sehnsucht nach Gottes Nähe.
Doch der Palmsonntag trägt bereits den Schatten des Karfreitags in sich. Die Menge, die Jesus feiert, wird wenige Tage später «Kreuzige ihn!» rufen. Diese Spannung gehört zur Karwoche und erinnert uns daran, wie wechselhaft menschliche Erwartungen sein können. Zugleich zeigt sie, wie treu Jesus seinen Weg der Liebe geht.
Die Palmen, die wir tragen, verweisen über die Gegenwart hinaus: In der Offenbarung sieht Johannes eine unzählbare Schar vor Gottes Thron stehen, gekleidet in weisse Gewänder und mit Palmzweigen in den Händen, während sie ruft: «Die Rettung kommt von unserem Gott … und von dem Lamm» (Offb 7,9-10). Damit wird deutlich: Die Palmen des Palmsonntags sind nicht nur Erinnerung an den Einzug Jesu, sondern auch ein Vorgeschmack auf die endgültige Vollendung, wie sie in der Offenbarung des Johannes beschrieben wird. (MMS)

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