Feier vom Letzten Abendmahl- Gründonnerstag, 2. April, 20.00

Gründonnerstag, 2. April, 20.00 Kirche St. Antonius
Am Gründonnerstag treten wir in den inneren Zusammenhang der Karwoche ein. In der Feier vom Letzten Abendmahl erinnern wir uns an den Abend, an dem Jesus zum letzten Mal mit seinen Jüngern zusammenkam, bevor er ausgeliefert wurde. Was an diesem Abend geschieht, ist kein nostalgischer Rückblick, sondern eine konzentrierte Vergegenwärtigung dessen, was christlicher Glaube im Kern bedeutet.
Das Evangelium dieses Abends ist ungewöhnlich: Wir hören aus dem Johannesevangelium die Erzählung von der Fusswaschung (Joh 13,1–15). Jesus kniet vor seinen Jüngern, übernimmt den Dienst eines Sklaven und stellt damit gängige Vorstellungen von Macht und Rang radikal infrage. Damit deutet Johannes das Abendmahl wie folgt: Gemeinschaft mit Jesus zeigt sich im Dienst am Nächsten. Wer Eucharistie feiert, lässt sich auf diesen Weg ein.
Die Einsetzungsworte aus dem ersten Korintherbrief (1 Kor 11,23–26), die wir als Lesungstext hören und lesen, führen in das Zentrum der Eucharistiefeier. Paulus erinnert nämlich daran, dass Jesus Brot und Wein als Zeichen seines Lebens deutet, das er für die Menschen hingibt: „Das ist mein Leib … das ist der neue Bund in meinem Blut.“ Eucharistie bedeutet wörtlich übersetzt «Danksagung». Wir danken Gott für das Leben Jesu und für seine Hingabe – und lassen uns hineinnehmen in diese Bewegung des Sich-Verschenkens.
So feiern wir Eucharistie als Gemeinschaft mit Jesus Christus: Er ist mitten unter uns, stärkt uns, verbindet uns und sendet uns in den Alltag.
Die Liturgie des Gründonnerstags endet bewusst ohne Schlusssegen und ohne Ausgangsspiel. In einer stillen Prozession wird das Allerheiligste an einen Ort ausserhalb des Kirchenraums getragen. Die Holzklappern ersetzen die Glocken – ein harter, fast verstörender Klang. Der Altar wird entkleidet: Schmuck, Tücher und Kerzen werden entfernt. Dieses Zeichen verweist auf Jesus selbst – entblösst, gedemütigt, der bevorstehenden Passion ausgeliefert.
So bleibt die Feier bewusst offen. Sie führt uns nicht zum Abschluss, sondern in die Nacht von Getsemani – und lädt ein, wach zu bleiben und zu beten. (OS)

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