Darstellung des Herrn – Mariä Lichtmess - Eucharistiefeier

Sonntag, 1. Februar, Kirche St. Antonius, Kollbrunn
Am ersten Februarsonntag feiern wir in unserer Kirche das Hochfest Darstellung des Herrn, das im Volksmund oft noch Mariä Lichtmess heisst. Eigentlich fällt dieses Fest auf den 2. Februar – genau vierzig Tage nach Weihnachten.
In der Liturgie wird an diesem Tag Christus als das Licht für die Welt gefeiert. Traditionell werden deshalb die Kerzen gesegnet, die im Laufe des Jahres in unserer Kirche und während gottesdienstlicher Feiern brennen. Alle sind herzlich eingeladen, auch ihre persönlichen Kerzen mitzubringen und sie vor dem Altar zur Segnung abzulegen.
Im Zentrum des Festtagsevangeliums steht der greise Simeon. Ihm war verheissen, dass er nicht sterben werde, bevor er den Messias schaue. Als Maria und Josef das Jesuskind in den Tempel bringen, erkennt Simeon – mit seinen geisterfüllten Augen – in diesem unscheinbaren Kind den menschgewordenen Gott. Sein Lobgesang, das „Nunc dimittis“, gehört zu den tiefsinnigsten Texten der Schrift: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden; denn meine Augen haben das Heil gesehen…“
Simeon beschreibt damit seine persönliche Glaubenserfahrung: Die heilvolle Nähe Gottes zeigt sich nicht im Spektakulären, sondern in der Stille, im Kleinen und Unscheinbaren.

 

Der Blasiussegen
Am Ende des Gottesdienstes spenden wir den traditionellen Blasiussegen. Der heilige Blasius war ein Bischof des 4. Jahrhunderts aus Sebaste (heutige Türkei).
Die Legende erzählt, dass er einem Buben das Leben rettete, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte. Seither gilt Blasius als Patron der Halskranken und allgemein als Fürsprecher in Krankheit und Not.
Der Segen wird mit zwei miteinander verschlungenen Kerzen gespendet. Dieses Zeichen hat eine eigene Symbolik: Die beiden Kerzen bilden einen gemeinsamen Stamm, der für Christus steht, der unser Leben trägt. Von diesem Stamm teilen sich die beiden brennenden Kerzen rechts und links – wie schützende Arme, die sich über den Menschen legen. So wird sichtbar: Der Segen Christi umfasst uns ganz, er schützt, wärmt und führt uns durch Dunkelheiten hindurch ins Licht.
Der Priester spricht dabei das überlieferte Segensgebet:
„Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor allen Krankheiten, besonders vor Halskrankheiten. Es segne dich der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“
Herzliche Einladung zu diesem lichtvollen Fest, das uns mitten im Winter neu an Gottes Nähe und Treue erinnern möchte.
Oliver Stens

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