Abendrot
Der Wind geht leise durch die welken Bäume,
und Blätter fallen in den Lebenstod.
Die Wolken ziehen wie vergangne Träume,
und Himmelsblau verglüht im Abendrot.
Ein letzter Vogel ruft aus kahlen Zweigen,
als schliefe alles, was den Sommer sang.
Die Wege strecken sich in ferne Weiten,
wo in den Tälern Nebel bleiern hang.
Die Zeit verweilt in abendroten Stunden,
und Abend senkt sich, alles Dunkel bricht.
Ein Hauch von Abschied zieht durch tiefe Wunden,
wenn Sterne funkeln leis ihr ew’ges Licht.
Oliver Stens
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