Eucharistiefeier zu Erntedank mit dem Kirchenchor

Warum wir heute noch Erntedank feiern?

Mal ehrlich: Wenn wir heute das Wort „Erntedank“ hören, denkt man oft an vollgepackte Dekoration vor den Altäre, riesige Kürbisse, gut drapierte Weizenähren. Das ist ein schönes, nostalgisches Bild, aber im Jahr 2026 stellt sich vielleicht die Frage: Hat das eigentlich noch etwas mit unserer Realität zu tun? Die meisten von uns ernten schliesslich keine Felder ab, sondern wir „ernten“ höchstens Frust im Berufsverkehr oder im Meetingmarathon. Unsere Nahrung wächst nicht im eigenen Garten, sondern ist eher im Supermarkt nur einen Klick oder einen Griff ins Regal entfernt, und das zu jeder Jahreszeit. In einer Welt, die sich immer schneller dreht und in der scheinbar alles rund um die Uhr verfügbar ist, gerät eine Sache ganz schnell in den Hintergrund: das Bewusstsein dafür, dass nichts von all dem selbstverständlich ist. Und hier setzt Erntedank an. Es ist kein Relikt aus der Agrargeschichte. Es ist unser kollektiver, dick markierter Pause-Button im Kalender. Eine Einladung, das Hamsterrad für einen Moment anzuhalten, tief durchzuatmen und den Blickwinkel zu verändern. Weg von den stressigen Gedanken „Was fehlt mir eigentlich noch….“ hin zu der entspannenden Erkenntnis „Was ist eigentlich schon alles da?“.

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