Ostern erzählt von Verwandlung

Die Osterzeit erzählt von Verwandlung

Was im Verborgenen gereift ist, tritt ans Licht. Was still geworden ist, beginnt sich zu regen. Ostern erinnert uns daran, dass Gott Wege zum Leben öffnet – selbst dort, wo wir nur Grenzen oder Dunkelheit gesehen haben. Die Verheissung der Bibel klingt darin wie ein leiser, kraftvoller Ruf: «Seht, ich mache alles neu.» (Offb 21,5). Dieses Wort begleitet uns mitten im Leben.

Die Natur kennt solche Geheimnisse der Verwandlung. Eine Raupe zieht sich zurück, scheinbar still und unscheinbar. Doch im Kokon geschieht etwas Wunderbares: Aus dem kriechenden Wesen wird ein Schmetterling. Was vorher kaum zu erahnen war, entfaltet plötzlich Flügel und erhebt sich in die Luft.

So erzählt auch Ostern von einem solchen Wandel. Was begrenzt und schwer war, bleibt nicht für immer so. Gott verwandelt, was müde geworden ist, und schenkt neue Gestalt. Noch bevor wir es ganz sehen, beginnt im Verborgenen bereits das Neue zu wachsen.

Jesu Auferstehung lädt uns ein, selbst aufzustehen und dem Leben wieder Raum zu geben. Nicht aus eigener Stärke, sondern im Vertrauen darauf, dass Gott uns trägt. Wie ein Schmetterling, der zum ersten Mal seine Flügel ausbreitet, wagen wir den Aufbruch – und wenden uns dem Licht zu, das Ostern in unsere Welt bringt.

(MMS)

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