Interview mit Monika Thalmann
Wie kamst du nach Birmensdorf?
Wir zogen 1964 nach Birmensdorf.
Ende 1958 lernte ich meinen Mann kennen und 7 Monate später waren wir verheiratet. So wurde Partnerschaft und baldiger Kindersegen zu meinem Lebensmittelpunkt. Wir haben 4 Kinder grossgezogen. Die jüngste Tochter kam 1967 in Birmensdorf zur Welt. 4 Jahre später gründete ich die erste Spielgruppe in Birmensdorf, die ich während 19 Jahren betrieb.
Hattest du und dein Mann nebst den Kindern gemeinsame Interessen?
Ja natürlich, kurz nach unserem Kennenlernen hörten wir gemeinsam einen Vortrag von Dominikanern. Dieser Vortrag erschütterte zum ersten Mal unseren Glauben. Die Dominikaner eröffneten uns ein neues Denken, das uns nicht mehr los liess. Wir beschäftigten uns mit der «Historisch-kritischen Methode» des Bibelverständnisses und der «Befreiungstheologie». Die Auseinandersetzung damit war uns wichtig, auch wenn uns Ämter, Aufgaben und unsere Kinder wenig Zeit liessen.
Als unsere Kinder in den Unti gingen, begann ich mich mit einer guten Gestaltung des Religionsunterrichts zu beschäftigen. Ich entschloss mich, die Ausbildung als Katechetin in Angriff zu nehmen. Die Inhalte dieser Ausbildung haben in mir grosses Interesse geweckt und neue Dimensionen eröffnet.
Wo hat dich diese Ausbildung hingeführt?
Ich habe ca. 4 Jahre als Katechetin in St. Martin in Birmensdorf/Uitikon gearbeitet. Der Religionsunterricht für die Oberstufe gehörte zu meinen Hauptaufgaben, aber auch Erstkommunikanten und Elternabende gehörten zu meinem Pflichtenheft. 5 Sommerlager haben wir für Sekschüler organisiert.
Weitere 15 Jahre habe ich als Katechetin in der Stadt Zürich und Berikon gearbeitet.
Was waren weitere Engagements in der Pfarrei?
19 Jahre war ich tätig als Pfarreiratspräsidentin. Das war eine interessante und spannende Zeit. Des Weiteren habe ich mich für zusätzliche Projekte engagiert, dabei waren mir die Gemeinschaft und das gemeinsame Ausführen der Arbeiten besonders wichtig.
Eines der Projekte war die Schaffung des St. Martin Wandteppichs. Walter Ott erstellte eine Skizze, suchte mit uns nach den richtigen Stoffen und begleitete uns, bis das Werk vollendet war. 2 Jahre arbeiteten wir 12 Frauen unter Anleitung der Handarbeitslehrerin Lillian Niedermaier daran. Die Zeit war geprägt von kreativen Auseinandersetzungen und lustigen und gemütlichen Momenten.
War das das Ende der Nähzusammenkünfte?
Nein, die Näherinnen wünschten sich weiter etwas für den Kirchenraum zu gestalten. Wir hatten noch keine Krippe. Rasch war die Lösung gefunden:
Wir erarbeiteten unter Anleitung von Käthy Schaller 28 Biblische Figuren im Zeitraum von 6 Jahren. In der Gruppe von über 20 Frauen haben wir unser Gestalten und Wirken sehr geschätzt. Die gemeinsame Zeit ist uns lieb geworden. Danach hat sich eine Gruppe gebildet, die seit über 20 Jahren an den hohen Feiertagen und dazwischen zum Sonntagsevangelium die Biblischen Figuren mit viel Freude zu Szenen stellt.
Hast du noch weitere Gruppen begleitet?
Ja, über viele Jahre leitete ich vor Ostern eine Fastengruppe und die Apérogruppe, für die sich über 20 Pfarreimitglieder zur Verfügung stellten.
Auch bin ich Teil der Lektorengruppe.
Über die Inhalte all dieser Projekte habe ich mit meinem Mann oft vertiefende Gespräche geführt und er hat mich all die Jahre immer positiv unterstützt. Danke Karl!
«Ich bin, weil wir sind» Ubuntu
Interview: Marta Novak, Juni 2026
für das Jubiläumsprojekt „50 Jahre katholische Kirche Birmensdorf»
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