Wozu Gold, Weihrauch und Myrrhe?
Die drei Sterndeuter haben Gold, Weihrauch und Myrrhe mitgebracht. Freilich sind dies keine Gaben, die den Grundbedürfnissen des Alltags entsprechen. In jenem Moment hätte die Heilige Familie gewiß sehr viel mehr etwas anderes als Weihrauch und Myrrhe gebraucht, und auch das Gold konnte ihr nicht von unmittelbarem Nutzen sein. Diese Gaben aber haben eine tiefe Bedeutung: Sie sind ein Akt der Gerechtigkeit. Denn entsprechend der zu jener Zeit im Osten herrschenden Denkart bedeuten sie die Anerkennung eines Menschen als Gott und König: Sie sind daher ein Akt der Unterwerfung. Sie besagen, daß die Geber von diesem Augenblick an dem Herrscher gehören und dessen Autorität anerkennen. Die sich daraus ergebende Folge ist unmittelbar. Die Sterndeuter können ihren Weg nicht mehr fortsetzen, sie können nicht mehr zu Herodes zurückkehren, sie können nicht mehr Verbündete dieses mächtigen und grausamen Herrschers sein. Sie sind für immer auf den Weg des Kindes geführt worden, auf jenen Weg, der sie dazu führt, die Großen und Mächtigen dieser Welt zu vernachlässigen und sie zu dem bringen wird, der uns unter den Armen erwartet, auf den Weg der Liebe, die allein die Welt verwandeln kann. (Papst Benedikt XVI.)
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